Läden auf Zeit

Rotenburg lockt Geschäftsgründer mit Pop-Up-Store - und erlässt Miete

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Hier könnte bald Rotenburgs erster Pop-up-Store öffnen: Zwei potenzielle Geschäftsgründer haben bei der MER bereits ihr Interesse an dem leer stehenden Ladenlokal am Steinweg 5 (Bildmitte) bekundet.

Rotenburg. In New York und London gehören Pop-Up-Stores längst zum Stadtbild. Jetzt schwappt der aus den USA stammende Trend auch nach Rotenburg.

Bürgermeister Christian Grunwald sieht im Trend um Pop-Up-Stores, also zeitlich begrenzt ein leer stehendes Ladengeschäft zu betreiben, eine vielversprechende Idee, dem Leerstand in der Innenstadt zu begegnen. 

„Viele Menschen hatten bislang Angst davor, ein eigenes Geschäft zu eröffnen“, sagt er, „Pop-Up-Stores hingegen öffnen ganz bewusst erstmal nur für ein paar Monate.“

Um Geschäftsgründern das Konzept schmackhaft zu machen, lockt die Stadt mit einem großzügigen Angebot: Wer sich in einem ungenutzten Ladenlokal in Rotenburg neu niederlässt, muss für bis zu einem Jahr keine Miete zahlen. 

„Die Miete übernehmen wir“, sagt Grunwald. Auf Wunsch stellt die Stadt auch noch ein Start-Inventar zur Verfügung.

Bezahlt wird die Miete aus einem 50.000-Euro-Fördertopf, den die Stadtverordneten im September für die „finanzielle Förderung von gewerblichen Neuansiedlungen im zentralen Versorgungsbereich“ freigegeben haben.

Die Adresse für Rotenburgs ersten Store steht schon fest

Erster Ansprechpartner für Gewerbetreibende und Eigentümer leer stehender Räumlichkeiten ist Torben Schäfer, Chef der städtischen Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER). 

Er hat sich auch schon eine Adresse ausgeguckt: Der erste Pop-Up-Store Rotenburgs soll in einem 80 Quadratmeter großen, leer stehenden Ladenlokal am Steinweg 5 (früher „Noah’s Goldankauf“) öffnen.

Schäfer will noch in dieser Woche mit den Eigentümern Renate und Horst Henkel einen Mietvertrag unterschreiben: „Die MER mietet das Ladengeschäft an und vermietet es dann für bis zu zwölf Monate kostenlos weiter.“ 

Sollte sich aus einem kurzfristigen Pop-Up-Store ein langfristiges Mietverhältnis entwickeln „dann übertragen wir den Mietvertrag natürlich gerne“.

Vor wenigen Wochen hatte es unter anderem zwischen den Henkels und der MER noch Diskussionen um die Zukunft des Steinwegs gegeben (wir berichteten). „Wir haben seitdem viele positive Gespräche geführt und sind uns inzwischen einig“, sagt Schäfer.

Die Stadt schützt sich mit Bedingungen vor Zweckentfremdung

Zwei Interessenten gebe es bereits für den Steinweg 5. Einer möchte selbst genähte Textilien verkaufen, der andere einen Yoga-Laden eröffnen. „Das soll ja auch erst der Anfang sein, je nach Nachfrage könnten weitere Pop-Up-Stores folgen“, betont Schäfer.

Eine Bedingung der Stadt an potenzielle Interessenten besteht darin, dass die Geschäftsgründer mindestens vier Stunden pro Werktag öffnen und den Laden für mindestens sechs Wochen anmieten. So will die Stadt verhindern, dass die Räumlichkeiten als Lager genutzt werden.

Mehr Infos: MER, Torben Schäfer, Tel. 0 66 23 / 1 94 33, E-Mail: torben.schaefer@mer-rotenburg.de

Quelle: HNA

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