Wanderweg wird freigeräumt

Waldarbeiter leisten Schweres im Steilhang am Alheimer

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Sie räumen den Weg frei: Der Wanderpfad hoch zum Gipfel des Alheimers ist übersät von umgestürzten Bäumen, Ästen und mannshohen Wurzelballen. Zurzeit wird er freigeräumt. Unser Bild zeigt – vorne von links – die beiden Waldarbeiter Adam Jachimowicz und Marian Androuczyk von der Firma Wegener aus Olpe. Links hinter ihnen Rückeunternehmer Heinrich Schmidt aus Spangenberg und Förster Thomas Lochmann von der Revierleitung Alheim

Der bequeme Wanderweg zum Alheimerturm soll in der nächsten Woche wieder frei sein. Auch dafür sorgen die Waldarbeiter, die derzeit gegen die Folgen des Borkenkäferbefalls kämpfen.

Wer sich mit wachen Augen und Ohren zurzeit durch den Wald bewegt, wird schnell feststellen: Im heimischen Forst herrscht Ausnahmezustand. Was mit den heftigen Stürmen wie Friederike Anfang 2018 mit riesigen Mengen an Holz durch Windwurf begann, dem setzt der durch Trockenheit und Borkenkäferbefall in einem nie gekannten Ausmaß bedingte Holzeinschlag zurzeit die Krone auf.

„Das Forstamt Rotenburg ist heftigst betroffen – neben rund 500 000 Kubikmetern Sturmholz durch Windwurf kommen allein in diesem Jahr bislang 300 000 Kubikmeter Käferholz hinzu – und ein Ende ist nicht absehbar“, sagt Rotenburgs Forstamtsleiter Dr. Hans-Werner Führer. Gemessen an dem in normalen Jahren geplanten Einschlag von 120 000 Kubikmetern Holz ein wahnsinniger Wert, betont Führer. Den Kampf gegen den Borkenkäfer habe man trotz massiver Anstrengungen verloren – er vermehre sich exponentiell mit Faktor 30, sagt der 62-Jährige. In 90 Prozent der Fälle sei die Fichte betroffen, aber auch Lärche und Buche bereiten den Forstleuten Sorgen.

Dr. Hans-Werner FührerForstamtsleiterDr. Hans-Werner FührerForstamtsleiter

Für alle sichtbares Zeichen sind die entlang der Waldwege gelagerten Holzstämme, die wie ein Mahnmal in langen Aneinanderreihungen von Holz-Poltern inzwischen das Waldbild an vielen Stellen prägen. Und der Nachschub steht schon bereit: Viele Bäume sind bereits zum Abholzen markiert und auch die weithin sichtbaren braunen Baumkronen, die sich teilweise über ganze Waldgebiete erstrecken, gehören dazu.

Überall Holz-Polter: Fünfmal mehr Holz als sonst in einem ganzen Jahr ist alleine im Revier Alheim bis August aufgearbeitet worden. Unser Bild zeigt Revierleiter Thomas Lochmann mit Rückefahrzeug-Fahrer Peter Stöber.

„Wir haben unglaublich viel zu tun“, sagt Thomas Lochmann, Leiter des Reviers Alheim. Zurzeit arbeiten – neben dem Einschlag der von Käferbefall betroffenen Fichten – Waldarbeiter auch daran, den beliebten Wanderweg zum Gipfel des Alheimers wieder freizulegen. Schon Anfang 2018 war er aus Sicherheitsgründen gesperrt worden – in der kommenden Woche soll er nun endlich wieder freigegeben werden. Doch der gewundene Waldpfad ist in Teilen kaum wiederzuerkennen – sein einstiger Verlauf oftmals nur zu erahnen.

Umgestürzte Bäume, mannshoch aufragende Wurzelballen versperren ihn. Unter größten Anstrengungen bahnen sich die beiden Waldarbeiter der Firma Wegener aus Olpe, Adam Jachimowicz und Marian Androuczyk, mit ihren Motorsägen einen Weg durch das Chaos. In ihren langen und dicken Arbeitsschutzhosen ist das kein Vergnügen in der prallen Sonne bei Temperaturen jenseits der 25 Grad.

Unterstützt werden sie dabei von Heinrich Schmidt, der die beiden mit seinem Spezialrückeschlepper Marke Timberjack absichert. Wenn die Waldarbeiter mit ihren Motorsägen Wurzelwerk und Holzstamm trennen, übernimmt der Rückeunternehmer aus Spangenberg die Sicherung per Drahtseil. Mit der Winde wird der Wurzelteller gezogen, bis er sicher liegt – dann geht’s an den nächsten Baum.

„Aufgrund der extremen Hanglage haben wir hier keine Rückegassen – wenn man das auf die Schnelle macht, ist einer tot“, sagt Revierleiter Thomas Lochmann. Auch die Witterung muss passen – nur, wenn es trocken ist, sind die gefährlichen Arbeiten überhaupt möglich.

„Sicherheit ist unser oberstes Gebot“, sagt Lochmann. Zwei bis drei Tage werde es dauern, bis der sogenannte „bequeme Wanderweg“ zum Alheimer soweit hergerichtet ist, dass das Begehen wieder sicher ist. In der kommenden Woche soll er wieder offen sein.

Quelle: HNA

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