Unterricht in kühle Räume verlegen

Trotz Hitze: Schulfrei gibt es in Hersfeld-Rotenburg nur im Ausnahmefall

Hersfeld-Rotenburg. Die Schule hat begonnen, die Hitze hält an. Nur: Klassisches Hitzefrei gibt es nicht mehr, heißt es aus dem Schulamt, das zu alternativen Unterrichtsformen rät. 

Schulamtsleiterin Anita Hofmann spricht von alternativen Unterrichtsformen in kühleren Räumen, in der Turnhalle oder auch zu einem Schwimmbadbesuch. In Ausnahmefällen könne nach der fünften Stunde Schluss gemacht werden. Hier entscheide die Schulleitung. 

„Das kann man nicht zentral entscheiden“, sagt auch Jürgen Krompholz, stellvertretender Schulamtsleiter. Die Frage sei doch, wo die Kinder hingeschickt würden, wenn die Schule wegen tropischer Temperaturen ausfalle. Bei vielen seien beide Elternteile berufstätig, Großeltern nicht in der Nähe. 

Und: Zahlreiche Jungen und Mädchen kommen mit dem Bus oder Zug. Die Busse stehen kurzfristig aber nicht zur Verfügung. Die verlässliche Betreuung der Kinder werde von den Eltern erwartet, man sehe sie als Verpflichtung der Schulen an, sagte Krompholz.

Schulen müssen sich untereinander abstimmen

Wenn doch in Ausnahmefällen einmal wegen der Hitze der Unterricht früher beendet würde, müssten sich die Schulen an einem Ort untereinander abstimmen, damit nicht in der Nachbarschule anders verfahren werde. Möglichkeiten, die Hitze besser zu ertragen, seien häufigere Pausen, Projektunterricht, Verzicht auf Hausaufgaben und ein Wasservorrat, so Hofmann.

Wie bei großer Hitze im Schulgebäude zu verfahren ist, regelt ein Erlass des Hessischen Kultusministeriums aus dem Jahr 2015 unter dem Titel „Andere Unterrichtsformen und Unterrichtsausfall bei großer Hitze“.

Zu Schuljahresbeginn hat Dirk Dittmar vom Schulamt die Schulleitungen darum gebeten, sich auf die – je nach Bausubstanz – hohen Temperaturen in den Schulgebäuden einzustellen und dafür zu sorgen, dass die Belastungen für die Schulgemeinde möglichst gering gehalten werden. 

Vorgeschlagen werden eine gute Durchlüftung der Räume vor Schulbeginn, regelmäßiges Trinken und ein angepasster Sportunterricht.

Für die Oberstufe gibt es ohnehin kein Hitzefrei

Vor einer vorzeitigen Beendigung des Unterrichts nach der fünften Stunde in Grund- und Mittelstufe sollten alternative Unterrichtsformen in Betracht gezogen werden. Kinder, die nicht vorzeitig nach Hause geschickt werden können, müssen betreut werden. Für die Oberstufen gibt es offiziell ohnehin kein Hitzefrei.

Vorbei sind die Zeiten, die viele Eltern noch kennen, als es bei Überschreiten der Temperatur von 25 Grad an einem schattigen Ort um 10 Uhr hitzefrei gab.

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