Experten Prof. Eckard Minx über autonomes Fahren

Ausblick auf die nächste Revolution beim Sparkassen-Forum in Rotenburg

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Diskutierten über die Zukunft des Automobils: HNA-Chefredakteur Andreas Lukesch (von links), Pro f. Eckard Minx und Sparkassen-Chef Reinhard Faulstich. Foto: Julia Schwarz/nh

Rotenburg. Beim Sparkassen-Forum in Rotenburg stand alles im Zeichen selbstfahrender Autos. Gastredner war der Zukunftsforscher Prof. Eckard Minx.

Als Reinhard Faulstich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, das Wort an Prof. Dr. Eckard Minx übergab, versprach er den 600 Gästen in der Rotenburger Göbel Hotels Arena einen „zukunftsweisenden Vortrag“. Er sollte recht behalten.

Den Namen Minx hatten zwar bis dahin nur die wenigsten im Publikum schon einmal gehört. Ein Experte, der sich Gedanken um die Zukunft der Mobilität macht, hat freilich nicht den Promi-Faktor wie Uli Hoeneß, Gundula Gause und Joachim Gauck, die auch schon auf der Bühne des Sparkassen-Forums standen. Der 69-jährige Innovationsexperte wird den Gästen allerdings als einer der interessantesten Redner in Erinnerung bleiben. Sein Thema: Autonomes Fahren.

Er gab einen pointierten Überblick, flocht immer wieder Anekdoten ein und erläuterte anschaulich Chancen und Risiken dieser Zukunftstechnologie. Dass künftig Autos ohne Fahrer von A nach B fahren, daran ließ er keinen Zweifel. Da diese Vision für viele Menschen nach Science-Fiction klingt, veranschaulichte er das Potenzial „der nächsten technischen Revolution, die unser Leben dramatisch verändern wird“ anhand eines Beispiels aus dem Jahr 1900. Mercedes habe damals von Marktforschern ermitteln lassen, wie viele Autos wohl weltweit verkauft werden würden. Das Ergebnis: im Deutschen Reich 5000 Stück, international nicht mehr als eine Million. „Wissen Sie, wie man auf diese Zahlen kam? Weil sich die Menschen damals an der Anzahl der Chauffeure orientierten“. Die Frage nach autonom fahrenden Autos sei deshalb keine Frage des Ob, sondern eine Frage des Wie.

Vortrag über Autos ohne Fahrer: Bilder vom Sparkassenforum in Rotenburg

Wann es so weit sei, entscheide vor allem die Gesellschaft, so Minx. Das zeigten auch zwei Fälle aus Wuppertal und Nürnberg, die HNA-Chefredakteur Andreas Lukesch in der anschließenden Gesprächsrunde mit Sparkassen-Chef Faulstich und Minx aufgriff: Als die Stadt Wuppertal überlegte, ihre weltberühmte Schwebebahn künftig autonom fahren zu lassen, hätten entrüstete Bürger erfolgreich ihr Veto eingelegt. „In Nürnberg hingegen fährt die U-Bahn längst ohne Fahrer, und alle sind einverstanden“, sagte Minx. Deshalb sei es wichtig, die Gesellschaft auf dem Weg zu selbstfahrenden Autos ehrlich und transparent miteinzubeziehen. Nur so könne Akzeptanz geschaffen werden.

Aussicht "zurückhalten positiv"

In seinem Jahresrückblick zu Beginn des Forums sprach Reinhard Faulstich von einem Betriebsergebnis der Sparkasse, das angesichts eines „praktisch immer noch abgeschafften Zinses“ zufriedenstellend sei. „Wir betreuen mittlerweile über eine halbe Milliarde Euro Fonds- und andere Wertpapiervermögen“. Mit täglich rund 10 000 Besuchen sei die am häufigsten besuchte Sparkassenfiliale im Landkreis 2018 die Internetfiliale gewesen. Seine Erwartungen für 2019 seien angesichts des Brexits und der immer konkreter werdenden Handelskonflikte „zurückhaltend positiv“. Besonders freue er sich auf den Hessentag in Bad Hersfeld, sagte Faulstich, der auch das Hessentagspaar auf der Bühne begrüßte. „Das Fest ist die Gelegenheit und Schaufenster zugleich, unsere Region bestmöglich zu präsentieren“, sagte er.

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