"März kann Vertrauen zurückgewinnen"

Rückzug von Kramp-Karrenbauer: CDU-Politiker fordern rasche Nachfolge

+
Annegret Kramp-Karrenbauer geht, aber wer folgt auf dem CDU-Chefposten? Führende Christdemokraten aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg fordern nun eine schnelle Nachfolge.

Der Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer hat bei führenden CDU-Politikern im Kreis Hersfeld-Rotenburg für gemischte Reaktionen gesorgt.

Die CDU-Chefin hatte am Montag erklärt, auf eine Kanzlerkandidatur zu verzichten und auch den Parteivorsitz abzugeben.

Von einer „sehr ernsten Situation für die CDU“ spricht der Kreisvorsitzende Timo Lübeck aus Haunetal. Er fordert nun einen klaren Fahrplan der Bundespartei, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. „Jetzt wird sich zeigen, ob die CDU Volkspartei bleibt oder den Weg der SPD geht“, sagt Lübeck. Persönlich tue es ihm leid für Kramp-Karrenbauer, ihr Schritt sei aber angesichts der Diskussionen in den vergangenen Tagen konsequent. 

Timo Lübeck, CDU-Kreisvorsitzender

Kramp-Karrenbauer war wegen ihres Krisenmanagements nach der umstrittenen Ministerpräsidentenwahl in Thüringen in die Kritik geraten. Lübeck spricht sich dafür aus, Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz zusammen einer Person anzuvertrauen. Zu möglichen Kandidaten möchte Lübeck, der als Anhänger von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gilt, noch nichts sagen.

Herbert Höttl, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, zeigt sich nicht sonderlich überrascht von Annegret Kramp-Karrenbauers Rückzug, für den er Respekt hat. „Das Vertrauen hatte gelitten, sie hielt dem Druck einfach nicht mehr stand.“ 

Herbert Höttl, Fraktionsvorsitzender im Kreistag

Der Bebraner wünscht sich nun einen baldigen Nachfolger. „Eine Hängepartie bis Sommer können wir uns nicht leisten.“ Sein Favorit: Friedrich Merz. „Er ist der Einzige, der jetzt das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen kann“, sagt Höttl.

Auch Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald hatte mit einem Rückzug von AKK gerechnet. „Dieser Schritt war folgerichtig“ sagt er und spricht von einem „positiven Effekt der Selbstreinigung nach den Vorfällen in Thüringen“. 

Christian Grunwald, Bürgermeister von Rotenburg

Mit Blick auf einen Nachfolger schlägt Grundwald vor, es sollte „wieder mehr darauf geschaut werden, ob die Personen für ihre Ämter auch eine entsprechende Qualifikation vorweisen.“ Aus seiner Sicht geeignet wäre Friedrich Merz: „Er ist profiliert und sturmerprobt.“

Die Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt (Wahlkreis Rotenburg) äußert „großen Respekt für die Entscheidung“ von Kramp-Karrenbauer. Auf diese Art Verantwortung zu übernehmen, sei keine Selbstverständlichkeit. „Es gibt Politiker, welche einen weitaus größeren Anteil an dem Chaos in Thüringen tragen und einen solchen Schritt nicht gehen“, betont Arnoldt. 

Lena Arnoldt, Landtagsabgeordnete

Die frühere Ministerpräsidentin des Saarlandes habe Parteivorsitz und Führungsverantwortung in einer schwierigen Zeit übernommen. „Angesichts der Freude über den Rücktritt bei den Linken und den Rechten muss nun noch deutlicher klargestellt werden, dass unsere Haltung und unsere Grundsatzbeschlüsse auch nach ihrem Rücktritt weiterhin Bestand haben und es keine Zusammenarbeit geben wird“, sagt Arnoldt.

Der Rückzug von AKK vom CDU-Parteivorsitz sorgt auch bei CDU-Parteimitgliedern aus Stadt und Landkreis Kassel für unterschiedliche Reaktionen.

Quelle: HNA

Kommentare