Neue Touristenattraktion: Nervenkitzel unter Bäumen

Rotenburg verlegt die Idee der Escape-Rooms in den Wald

Ganz vorsichtig: Sara Sali versucht, eines der Zahlenschlösser zu öffnen.

Rotenburg/Braach. Die Ausgangslage ist knifflig: Terroristen haben sich in den Kopf gesetzt, den Alheimerturm in die Luft zu sprengen. Die Bombe haben sie in einer verschlossenen Holzkiste untergebracht, die ihnen dann im Wald verloren gegangen ist.

Die beschriebene Bedrohung ist zum Glück nicht real: Es ist das Szenario eines Abenteuerspiels für Gruppen, das die Braacher Event-Agentur German Quest entwickelt hat. In Zusammenarbeit mit der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER) will man damit auch das Angebot für Touristen in der Region stärken. Der Name: „Escape Forest“.

Name und Idee sind angelehnt an die sogenannten Escape Rooms, die in Städten immer mehr Menschen anlocken. Das Konzept: Eingesperrt in einen Raum, müssen die Mitglieder einer Gruppe knifflige Rätsel lösen, um sich aus dem Raum zu befreien.

Für Eilert Bretting lag es nahe, die Idee aufzugreifen und kurzerhand in den Wald zu verlagern – und so den seines Wissens nach ersten Escape Forest Deutschlands zu schaffen.

Das Angebot richtet sich an Freundeskreise, Familien und Firmen, die etwas für den Teamgeist unter den Mitarbeitern tun wollen. Denn die vermeintliche Bombe lässt sich nur durch gemeinsame Anstrengungen entschärfen.

Mit viel Aufwand und Liebe zum Detail haben Eilert Bretting und seine Mitarbeiter die ungewöhnliche Schnitzeljagd vorbereitet. Ganz zu Beginn fällt den Spielern an der Alheimerhütte die Holzkiste mit der Bombe in die Hände. Hinter einem Glasfensterchen sehen sie rote Dynamitstäbe und eine Digitaluhr, die gerade begonnen hat, von 90 Minuten herunter zu zählen.

Bis zu 20 Teilnehmer

„Ihr sollt verhindern, dass die Bombe explodiert“, sagt Eilert Bretting und drückt einem Spieler ein Funkgerät und zwei folierte Zettel in die Hand. „Lest den Text gut durch“, mahnt Bretting, „und denkt auch mal um die Ecke.“ Jetzt beginnt das Knobeln und Raten, die Jagd durch den Wald mit der schweren Kiste, das Ausschauhalten nach Symbolen an den Bäumen.

Es ging Eilert Bretting darum, etwas Neues anbieten zu können. Für acht Personen ist die Mission Bombenentschärfung ausgelegt, lässt sich aber bis auf 20 Teilnehmer erweitern. Neben der 90-minütigen Jagd rund um den Alheimerturm gibt es noch eine zweite Mission namens „Das Geheimnis der Bornschisser“, die etwa 60 Minuten dauert. Schauplatz sind hier der Wald rund um den Katzenkopf und das Tiergehege. Hier sei die Aufgabe, ein Gegengift zu finden, um die Rotenburger Wasserversorgung zu schützen.

Denn diesmal, so Bretting, hätten sich die Angreifer n in den Kopf gesetzt, das Rotenburger Wasser zu vergiften.

Torben Schäfer von der MER, der Marketing- und Stadtentwicklung Rotenburg, freut sich ebenso wie Kerstin Schulz von der Tourist-Info und Nancy Konradt von der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal über das neue Angebot von Eilert Bretting von German Quest. Schäfer erklärte, beim Forest Escape handele sich um einen weiteren Baustein und ein Alleinstellungsmerkmal für den Tourismus vor Ort. Man unterstütze Aktivitäten dieser Art. Besonderer Vorteil des Angebots sei auch, dass es draußen bei jedem Wetter funktioniere. 

Die Teilnahme an dem Spiel kostet je nach Gruppengröße 19 bis 35 Euro.

www.german-quest.de

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