Die ersten Bewohner sind da 

Rotenburg: Hephata-Wohnzentrum mit über einjähriger Verspätung eröffnet

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Zentrum des Gemeinschaftslebens: Im Wohn-Ess-Bereich auf jeder Etage können die Bewohner gemeinsame Zeit verbringen. Unser Bild zeigt von links Hauswirtschafterin Petra Wicke, Teamleiterin Katharina Voit-Reitenspieß und Wohnbereichsleiterin Elke Michel. 

Mit über einjähriger Verspätung wird das Hephata-Wohnzentrum in Rotenburg seit Anfang Februar bezogen. Vier Menschen wohnen dort, vier weitere werden Anfang März einziehen. 

Gespräche mit weiteren Interessenten laufen, berichtet Elke Michel, die Wohnbereichsleiterin des Diakoniezentrums. Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für 14 Frauen und Männer, noch gibt es freie Zimmer.

Mit der Rotenburger Einrichtung setzt Hephata seine Wohn- und Betreuungspolitik fort, die Menschen nicht mehr zentral zu betreuen, sondern dort, wo sie auch herkommen. Das ermöglicht eine bessere Integration und erleichtert auch den Kontakt mit Angehörigen und Freunden.

Wegen eines erheblichen Wasserschadens kurz vor der Fertigstellung musste das neue Gebäude aufwendig saniert werden – ein Ärgernis auch für die bereits neu eingestellten Mitarbeiterinnen, noch mehr eine Belastung für die Angehörigen, deren Familienmitglieder ihr künftiges Zuhause in Rotenburg haben sollten. 

Die Mitarbeiterinnen wurden übergangsweise in anderen Hephata-Einrichtungen geschult und eingesetzt, betroffenen Familien versuchte man durch Alternativ- und Entlastungsangebote zu helfen, erklärte Elke Michel.

Sie nennt den neuen Standort „ein Geschenk“. Dass die Bewohner, die geistig und zum Teil körperlich eingeschränkt sind, in fünf Minuten problemlos auf dem Marktplatz sind und sich zum Beispiel mit Brötchen versorgen können, bedeute viel für deren Unabhängigkeit.

Im neuen Wohngebäude setzt man auf Kommunikation

Katharina Voit-Reitenspieß, die Teamleiterin vor Ort, berichtet denn auch von ersten positiven Erlebnissen, zum Beispiel von Hilfestellungen beim Einkauf durch andere Kunden. Im neuen Wohngebäude setzt man auf Kommunikation, sei es mit den Nachbarn, sei es mit Geschäftsleuten. Sollten Probleme mit den Neu-Rotenburgern auftreten, könne man darüber sprechen.

Jetzt heißt es für alle Bewohner, erst einmal richtig ankommen im neuen Zuhause. Ihnen stehen helle freundliche Einzelzimmer zur Verfügung, jeweils zwei Bewohner teilen sich ein Bad. Die Zimmer können sie nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen einrichten. Eine Grundausstattung wird von Hephata angeboten, die müssen die Bewohner aber nicht annehmen.

Morgens und abends essen die Frauen und Männer gemeinsam, kaufen auch dafür ein. „Gezwungen wird aber keiner, mit allen zusammen zu essen. Am Wochenende zum Beispiel schlafen ja auch einige Bewohner gern etwas länger, andere sind Frühaufsteher“, erläutert Katharina Voit-Reitenspieß. Während der Woche arbeiten sie tagsüber in den Sozialen Förderstätten in Bebra.

Wer Informationen zum Wohnhaus oder zu dortigen Arbeitsmöglichkeiten möchte, der kann sich an Katharina Voit-Reitenspieß wenden: Telefon 0 66 23/ 93 59-207.

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