Leer-Rhythmus war verzögert

Flaschenberge und Müll um Altglascontainer sorgen für Ärger in Rotenburg

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Kein schöner Anblick: So sah es in den vergangenen Tagen an der Straße Zum Güterbahnhof in Rotenburg aus. Weil ein Spezialfahrzeug der zuständigen Entsorgungsfirma aus Bad Hersfeld ausgefallen war, verzögerte sich die Leerung um einige Tage. Inzwischen sind die Behälter geleert worden. Foto: Werner Rehwald/nh

Rotenburg. Flaschenberge, Scherbenhaufen, Tüten voller Müll: Der Anblick der Altglascontainer in Rotenburg sorgt für Unmut in der Bevölkerung. Am Bahnhof war es zuletzt schlimm.

Unser Leser Werner Rehwald aus Lispenhausen hat die Container an der Straße Zum Güterbahnhof fotografiert und sorgt sich um das Erscheinungsbild Rotenburgs: „Dieser Abfallhaufen ist unerträglich, gerade in der Nähe des Bahnhofs, wo zig Besucher ankommen und viele Kunden auf dem Weg zum Einkaufszentrum vorbeifahren.“

Zuständig für die Leerung der Container ist die Firma Fehr Umwelt Hessen mit Sitz in Bad Hersfeld, für die Sauberkeit um die Behälter der Müllabhol-Zweckverband Rotenburg (MZV) aus Bebra. „Es ist ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Leergutabgeber genügend Kapazität vorfinden, um ihre Flaschen loszuwerden“, sagt Rehwald. Für die Bürger, die ihre Flaschen trotz voller Behälter dort abstellen, hat der 73-Jährige Verständnis. „Sie brauchen die Kapazität des Kofferraums für ihren Einkauf“. Absolut unmöglich sei hingegen, dass einige Mitbürger zusätzlich Haus- und Sperrmüll einfach bei den Altglas-Containern abgelegten. „Anscheinend fehlt ihnen jedes Bewusstsein für eine ordentliche Abfallentsorgung.“

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) sind die Probleme rund um die Altglas-Container bekannt. „Wir sind die Leidtragenden“, sagt Grunwald über das mitunter schlecht funktionierende System. Denn die Bürger beschwerten sich zuerst bei der Stadt. „Wir versuchen unser Bestes, um das Entsorgungsunternehmen zur Abholung anzuhalten.“ Die Firma Fehr sei jedoch unflexibel, wenn es darum gehe, den Leerungsrhythmus zu erhöhen.

„Wir können nur über den MVZ Druck auf Fehr machen“, sagt der Bürgermeister, der auch im Vorstand des Zweckverbandes sitzt. Fehr habe vom Betreiber des Mülltrennungssystems „Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland“ den Zuschlag für die Altglasentsorgung im Landkreis für die nächsten drei Jahre erhalten.

Grunwald hat wenig Verständnis für Menschen, die ihre Flaschen einfach neben oder auf die vollen Behälter stellen, anstatt sie wieder mitzunehmen oder in einen anderen Container zu werfen. Diese stünden nicht nur in am Bahnhof, sondern auch unter der großen Fuldabrücke und in der Mündershäuser Straße.

Björn Berger vom MZV ist das Problem der überquellenden Altglasbehälter bekannt. Der MZV sei jedoch lediglich für die Reinigung der Container-Stellplätze und die Entsorgung des Abfalls neben den Containern zuständig.

Planmäßig werden die Container in Rotenburg alle 14 Tage von der Firma Fehr mit einem Spezialfahrzeug mit Kran geleert. „Unser Rhythmus war nur um drei Tage verzögert“, sagt Fehr-Betriebsstättenleiter Michael Sippel zu dem neuesten für Unmut sorgenden Fall. Grund dafür sei der Ausfall des Spezialfahrzeuges gewesen.

Warum sich bei den Containern so große Mengen Altglas angehäuft haben, kann er sich nicht erklären. „Es war extrem viel“, sagt Sippel. Er gibt aber auch zu bedenken: Fehr verfüge nur über zwei Fahrer und ein Fahrzeug zur Leerung. Bei einem Ausfall des Fahrzeugs, bei Urlaub oder Krankheit der Mitarbeiter könne es so schnell zu Engpässen kommen.

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