Kein Fortschritt bei dritter Fuldabrücke

Ortsumgehung Lispenhausen rückt näher: Ministerium vergibt Planungsauftrag

Lispenhausen Ortsumgehung Blick vom Plattenhof
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Die Ortsumgehung Lispenhausen wird seit Jahrzehnten von der Mehrheit der Bevölkerung gefordert. Unser Foto zeigt den Rotenburger Stadtteil mit Blick vom Plattenhof.

Die Ortsumgehung Lispenhausen scheint – anders als zum Beispiel die in Friedlos – voranzukommen. Die Vergabe der weiteren Planung an ein Ingenieurbüro wird derzeit vorbereitet.

Das erklärte Franziska Richter, Pressesprecherin des Hessischen Verkehrsministeriums. Allerdings: Für die dritte Fuldabrücke der Kernstadt, die an die Umgehungsstrecke angebunden werden sollte, gibt es nach wie vor keinen Planungsauftrag.

Diese Kombination hält jedoch die Rotenburger Stadtverordnetenversammlung für wichtig, um die Innenstadt zu entlasten, die sich aktuell im Stadtumbauprogramm befindet. Das wurde auch wieder deutlich im Zusammenhang mit einem Verkehrs- und Parkraumkonzept, das die Stadtverordneten am Donnerstag einstimmig auf den Weg gebracht hatten. Ein Kernbereich ist es, die stark frequentierte Breitenstraße zu beruhigen und Tempo 30 einzuführen.

Bouffier hatte Brückenbau mit Abzug der Bundeswehr versprochen

Im Ministerium sei die verkehrliche Notwendigkeit für eine dritte Brücke sowie die Baulastträgerschaft der Verbindungsspanne zur Ortsumgehung noch nicht abschließend beurteilt, erklärte die Sprecherin. Ministerpräsident Bouffier hatte den Bau der Brücke versprochen, als feststand, dass die Bundeswehr die Alheimer-Kaserne verlassen wird. Die Brücke sollte die Nachnutzungsmöglichkeit erhöhen, da über sie der Verkehr von Kaserne und Industriegebiet direkt zur Bundesstraße rollen könnte.

Für die Ortsumgehung gibt es bekanntlich zwei Varianten: die Südumgehung mit einer etwa zehn Meter hohen Brücke über die Bahn kurz vor dem Ortseingang von Lispenhausen aus Richtung Bebra sowie die einer direkten Anbindung an die Bundesstraße 27 bei Bebra.

Bürgermeister Grunwald: Deutlicher Schritt nach vorn

Verkehrsuntersuchungen und umweltfachliche Untersuchungen sind laut Ministerium inzwischen aktualisiert worden. Die Verkehrsuntersuchung ist auch Grundlage für die schalltechnischen Berechnungen beider Varianten.

Um die Überprüfung der Beurteilung und Abwägung aller Varianten, zum Beispiel auch für die Kosten und die nötigen Bauwerke, abschließen zu können, sind weitere vertiefte Untersuchungen nötig. Außerdem, so erklärte die Pressesprecherin, müsse die Linienführung technisch ausgearbeitet werden. Dafür muss der Auftrag an ein Büro vergeben werden. Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald nannte die aktuelle Entwicklung einen „deutlichen Schritt nach vorn“.

Hintergrund: Jahrzehntealte Forderung

Die Ortsumgehung Lispenhausen wurde jahrzehntelang von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht, weil das Dorf durch das hohe Verkehrsaufkommen der Bundesstraße 83 extrem belastet wird. In der jüngeren Vergangenheit formierten sich allerdings auch Gegner einer Umgehungsstraße, die eine weitere Bebauung des Fuldatals ablehnen. 2013 gab es einen Bürgerentscheid in Rotenburg, bei dem sich die Befürworter einer Umgehung klar durchsetzten.

Quelle: HNA

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