Richtfest im Herbst

Neues Feuerwehrhaus in Rotenburg: Baustelle vor dem Zeitplan

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Auf der Plattform des künftigen Trainingstreppenhauses: von links Wehrführer Dirk Riemenschneider, Christian Sippel vom Baumanagement und Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut.

Mehr als 53 Tonnen Stahl und 750 Kubikmeter Beton wurden bis jetzt verbaut, um in Rotenburg das modernste Feuerwehrgerätehaus zwischen Kassel und Fulda zu errichten.

Am 12. September soll Richtfest gefeiert werden. Entgegen dem Trend ist der Bau derzeit seinem Zeitplan voraus.

Wir besuchten die Baustelle zusammen mit Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut, Wehrführer Dirk Riemenschneider und Christian Sippel, der im städtischen Baumanagement die Koordination des Projektes übernommen hat und ehrenamtlich in der Feuerwehr engagiert ist.

Noch braucht es etwas Phantasie, um sich das fertige Gebäude am Breitinger Kirchweg vorstellen zu können, die Dimensionen sind aber schon erkennbar. Zum Beispiel die beiden Fahrzeughallen, von denen eine sechs (Frontgebäude), die andere (rechts) sieben Fahrzeuge beherbergen wird.

Sauberkeit ist Trumpf

Technik und Feuerwehralltag werden auf dem Gelände und im Gebäude eng vernetzt. Das beginnt mit der Zufahrt zu den im hinteren Bereich gelegenen Parkplätzen für die Einsatzkräfte: Deren Absperrung fällt, sobald die Leitstelle Alarm auslöst. Am seitlichen Haupteingang gibt es getrennte Umkleide- und Sanitärräume für etwa 20 Frauen und 85 Männer. 

Diese Kabinen werden die Einsatzkräfte erst nach dem Einsatz und mit sauberer Übungsbekleidung wieder betreten. Dazwischen liegt eine Art Schleuse, in der die kontaminierte Bekleidung gesammelt wird – inklusive Stiefelwaschanlage. Auch für die Fahrzeuge gibt es eine Waschhalle.

Einen Schmutz- und Reinbereich gibt es auf der linken Seite des U-förmigen Gebäudekomplexes: Die Chemikalienschutzanzüge etwa werden hier in einer Spezialmaschine gereinigt. Außerdem werden hier die gebrauchten Schläuche und Sauerstoffflaschen abgelegt. 

Auf der Plattform des künftigen Trainingstreppenhauses: von links Wehrführer Dirk Riemenschneider, Christian Sippel vom Baumanagement und Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut. Foto: Silke Schäfer-Marg

Für einen separaten Zugang zu letzterem Bereich bekommen auch Feuerwehren von fünf anderen Kommunen Schlüssel. Sie liefern Gebrauchtes ab und nehmen direkt wieder gereinigte und überprüfte Schläuche sowie Sauerstoffflaschen mit. Deshalb gibt es seitlich von der Bestückungshalle auch einen gesonderten LKW-Parkplatz für die benachbarten Wehren.

Es gibt neue Übungsstätten für Training und Fitness

Über dem Werkstattbereich befindet sich ein Übungsraum für die Atemschutzausbildung, der durch eine Nebelmaschine das Training unter realistischen Bedingungen ermöglicht. Leichtbauwände könne hier versetzt werden und so immer wieder neue „Zimmer“ simulieren.

Ähnlich sieht es bei der angebauten Betontreppe aus, die Übungen wie in einem Treppenhaus ermöglicht. „Übungen unter Einsatzbedingungen sind Pflicht für die Feuerwehren“, sagt Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut. Es sei gut, dass nun alle Möglichkeiten vor Ort gegeben seien, man vergeude keine wertvolle Zeit mehr mit Autofahrten zu anderen Übungsstätten.

Fitness benötigen die Feuerwehrleute. Auch dafür gibt es nach der Fertigstellung der neuen Gebäude Gelegenheit: Sie werden noch einmal aufgestockt für einen Fitnessraum mit Endlos-Leiter und anderen Trainingsgeräten, für Schulungsräume, Funkraum und Einsatzzentrale sowie eine Teeküche.

Neue Räume für Kinder- und Jugend

Der Feuerwehrnachwuchs bekommt eigene Räume inklusive Umkleidebereich.

Lagerräume, ein Gefahrstofflager und eine Werkstatt für kleinere Arbeiten an den Fahrzeugen runden das Platzangebot ab. „Es soll ja den Anforderungen auch in 50 Jahren noch genügen“, sagt Wehrführer Dirk Riemenschneider.

Der neue Komplex wird von der Firma Laudemann als Generalunternehmer für einen geplanten Festpreis von elf Million Euro errichtet. Im Herbst 2020 soll alles fertig sein.

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