Kreis-Ferienstätte auf Fehmarn

Kreistag entscheidet über Meeschendorf: Eine hitzige Debatte steht an

Steht zum Verkauf: Die Ferienstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in Meeschendorf auf Fehmarn. Das Angebot aus dem Bieterverfahren: 2,18 Millionen Euro. 

Hersfeld-Rotenburg. Der Kreistag beschließt am Montag über den Verkauf seiner Ferienstätte in Meeschendorf auf Fehmarn. Es zeichnet sich eine äußerst knappe Entscheidung ab.

Die SPD-Fraktion hatte angekündigt, dass ihr der gebotene Kaufpreis von rund 2,2 Millionen Euro zu gering ist. Auch die FDP steht dem Verkauf kritisch gegenüber.

Die Grünen halten den Verkauf der Ferienanlage für richtig. Die Anzahl der Besucher aus dem Landkreis auf Fehmarn sei seit Jahren rückläufig, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. 

Anlage direkt am Ostseestrand: Die kreiseigene Erholungsstätte auf Fehmarn. 

„Wir wollen für den Verkauf von Meeschendorf einen Ausgleich schaffen: Einkommensschwache Familien sollen unkompliziert Unterstützung erhalten, damit ein Erholungsurlaub nicht an mangelnden finanziellen Möglichkeiten scheitert. Analog des jährlichen Defizits von Meeschendorf in Höhe von 65 000 Euro könnte man sehr viel direkter und effektiver Unterstützung anbieten, um Urlaub zu ermöglichen“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Kaya Kinkel.

Asbest-Nachricht sorgt für Ärger

Bündnis 90/Die Grünen hielten den Kaufpreis für „sehr gut“, da durch die Änderung des Flächennutzungsplanes und den gerechtfertigten naturschutzrechtlichen Bestimmungen das Grundstück an Wert verlieren werde. 

Hinzu kämen höhere Sanierungs- oder Abrisskosten, etwa durch mögliche Asbestbelastung, die ein potenzieller Investor mitkalkulieren müsse. Über Asbestzement in den Dächern und Fassaden der Gebäude auf Meeschendorf hatte unsere Zeitung vor einigen Tagen berichtet.

Asbestzement in Fassade und Dächern: Die Gebäude der Ferienstätte entstanden zwischen 1975 und 1981. 

Diese Meldung erzürnt Horst Zanger und die Linken im Kreistag. Er kritisiert, dass Landrat Dr. Michael Koch auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigt hat und mutmaßt, dass damit Gegner des Verkaufs „eingeschüchtert und umgestimmt“ werden sollen. 

Zudem riskiere der Landrat damit einen Rückzug der Bieter, weil im Bieterverfahren von Asbest keine Rede gewesen sei, erklärt Zanger.

FWG ist für den Erhalt der Erholungsstätte auf Fehmarn

Für die FWG spricht sich deren Fraktionschef Jörg Brand gegen einen Verkauf der Ferienanlage aus. „Eine solche Perle zu verscherbeln“ sei ein weiterer Beweis für das Versagen „sogenannter politischer Entscheidungsträger. Mieser kann keine Sozialpolitik für die Bevölkerung des Landkreises betrieben werden“, so Brand.

Er fordert nun ein Zukunftskonzept für die Steigerung der Attraktivität der Kreiserholungsstätte mit dem Ziel des dauerhaften Erhaltes der Anlage für die Menschen im Kreis. Er regt zudem eine Befragung der Kreisbewohner in Verbindung mit der Landtagswahl im Oktober an.

Landkreis-Besitz auf der Sonneninsel: Am Montag entscheidet der Kreistag über den Verkauf der Ferienstätte in Meeschendorf auf Fehmarn. 

Die öffentliche Kreistagssitzung findet am kommenden Montag, 18. Juni, ab 14.30 Uhr im Kreistagssitzungssaal in der Friedloser Straße in Bad Hersfeld statt. Ein weiteres strittiges Thema der Sitzung ist auch der geplante Anbau an der Kreisverwaltung.

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