Verein Pro Region Mittleres Fuldatal geht in die Offensive

Kreiskrankenhaus in Rotenburg prüft Einrichtung von Entbindungsstation

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Das Kreiskrankenhaus in Rotenburg. 

Rotenburg. Die Einrichtung einer Entbindungsstation am Rotenburger Kreiskrankenhaus (KKH) hat der Verein Pro Region Mittleres Fuldatal angeregt.

Damit trifft man beim KKH auf offene Ohren. Aus einem Gespräch mit der Krankenhausleitung nahmen der Vorsitzende des Vereins und Alheimer Bürgermeister, Georg Lüdtke, und sein Stellvertreter, Aribert Kirch, mit, dass man die Idee aufgreifen wolle.

Zunächst soll ermittelt werden, mit wie vielen Geburten pro Jahr man in Rotenburg rechnen könnte. Dr. Martin Oechsner, Chirurgiechef und zurzeit auch in der Krankenhausleitung aktiv, erklärte ebenso wie Geschäftsführer Ulrich Hornstein, 500 Geburten müssten es pro Jahr mindestens sein, damit man eine Gynäkologie mit Entbindungsstation wirtschaftlich betreiben könne. Eine reine Entbindungsstation als Belegabteilung, wie es sie bis vor gut sechs Jahren in Rotenburg gegeben hat, sei heute nicht mehr denkbar, sagte Oechsner.

Aribert Kirch erklärte, Frauen müssten für die Geburt teilweise 40 Kilometer fahren, da es auch in Melsungen keine Entbindungsklinik mehr gebe. Im hiesigen Kreis ist das Klinikum die einzige Anlaufstelle für Gebärende. Die nächsten Möglichkeiten bestehen in Hünfeld, Eschwege, Kassel, Fritzlar und Schwalmstadt. In Notfällen gelte eine Hilfsfrist von zehn Minuten, sagte Lüdtke, aber bei Geburten mute man den Schwangeren lange Wege zu. Er denke an eine Expertenrunde im Herbst zu diesem Thema. Hintergrund des Vorstoßes sei auch die Stärkung der Region.

Hornstein und Oechsner sind sich einig, dass eine Gynäkologie mit Geburtsstation das KKH enorm aufwerten würde. Jedoch müsse eine neue Station auch wirtschaftlich betrieben werden. Mindestens drei Gynäkologen, Hebammen und Fachkräfte seien erforderlich sowie 500 Geburten mindestens , sagte Oechsner. 

Quelle: HNA

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