Wahlkampf im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Heiße Phase in Hersfeld-Rotenburg beginnt: Das sind die 14 Kandidaten für die Landtagswahl

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Um diese Sitze geht es: Der Plenarsaal des Landtags in Wiesbaden. 

Hersfeld-Rotenburg. In knapp elf Wochen wird in Hessen gewählt, auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg beginnt die heiße Phase des Wahlkampfs. Wir stellen die Direktkandidaten vor. 

Keine drei Monate mehr, dann steht die Landtagswahl in Hessen an. Die 14 Bewerber in den Wahlkreisen des Kreises Hersfeld-Rotenburg stehen nun voraussichtlich fest. 

Im Wahlkreis 10 (Rotenburg) stellen sich nach 1999 und 2008 wieder sieben Direktkandidaten zur Wahl: Karina Fissmann (SPD), Lena Arnoldt (CDU), Helena Pfingst (Grüne), Anne Noetzel (Linke), Gerhard Schenk (AfD), Aribert Kirch (FDP) und Dr. Claus Wenzel (Freie Wähler). 

Im Wahlkreis 11 (Hersfeld) kämpfen ebenfalls sieben Bewerber um die Erststimmen: Torsten Warnecke (SPD), Andreas Rey (CDU), Kaya Kinkel (Grüne), Christian Krähling (Linke), Stefan Wild (AfD), Bernd Böhle (FDP) und ein Kandidat der Freien Wähler.

Die AfD und Freien Wähler mussten Unterschriften sammeln

Nach Informationen unserer Zeitung haben die Freien Wähler bei ihrer Versammlung am Dienstag ihren Bewerber für den Wahlkreis 11 gewählt. Wer für sie auf Stimmfang geht, wollte die Partei allerdings noch nicht bekanntgeben – bis die Formalitäten erledigt sind. 

Der Hintergrund: Direktkandidaten, deren Parteien nicht seit der letzten Landtagswahl im Landtag vertreten sind, müssen dem Wahlleiter jeweils 50 Unterstützungsunterschriften vorlegen. Das betrifft die Kandidaten von AfD und Freien Wählern. Die Frist für Wahlvorschläge samt Unterschriften endet am 20. August um 18 Uhr. 

„Meine 25-jährige Erfahrung sagt mir allerdings, dass sich Einzelbewerber nicht erst zwei Wochen vor der Frist bewerben“, sagt Karl Knierim, stellvertretender Kreiswahlleiter. Das Kandidatenfeld dürfte also feststehen. Der Kreiswahlausschuss tagt am 31. August und entscheidet über die Zulassung. 

Gegen eine Zulassung könnten vor allem formelle Gründe sprechen, wenn etwa der Ersatzbewerber fehlt oder die Bewerbung zu spät eingeht. „Das ist bei uns noch nicht vorgekommen“, so Knierim.

Wahlkreisreform sorgte für Aufregung: Ludwigsau und Eiterfeld wechseln

Für Aufregung hat in den vergangenen Monaten die Wahlkreisreform gesorgt. Der Landtag hatte im Dezember mit Mehrheit der schwarz-grünen Landesregierung unter anderem beschlossen, dass Ludwigsau bei der Landtagswahl am 28. Oktober nicht wie sonst im Wahlkreis 11 (Hersfeld) wählt, sondern im Wahlkreis 10 (Rotenburg). Eiterfeld wechselt in den Hersfelder Wahlkreis.

 

SPD und Linke hatten gegen die Reform gestimmt. Die FDP enthielt sich. Kritiker werfen der Landesregierung vor, die Wahlkreise nach ihrem Geschmack und in einem Hauruck-Verfahren verändert zu haben. 

Fest steht: Legt man das Erststimmenergebnis der Wahl 2013 zugrunde, rechnet die Eiterfelder Stimmen hinzu und zieht die Ludwigsauer ab, hätte im Wahlkreis 11 nicht die SPD, sondern die CDU das Direktmandat gewonnen.

Sie wollen nach Wiesbaden: Das sind die Kandidaten im Wahlkreis 10

Der amtierende Landtagsabgeordnete, der bei der Wahl 2013 die meisten Stimmen erhalten hat, ist Dieter Franz von der SPD. Der 66-Jährige tritt allerdings nicht mehr an. Die Sozialdemokraten schicken deshalb Karina Fissmann ins Rennen. Die 31-Jährige aus dem Ringgauer Ortsteil Datterode (Werra-Meißner-Kreis) sitzt seit 2016 im Kreistag im Werra-Meißner-Kreis. Fissmann arbeitet beim Regierungspräsidium in Kassel.

Bereits Landtagsabgeordnete istLena Arnoldt. Die Direktkandidatin für die CDU belegte 2013 zwar nur den zweiten Platz, kam aber über die Landesliste nach Wiesbaden. Arnoldt ist 36 Jahre alt, lebt in Germerode in der Gemeinde Meißner und ist seit 2006 Mitglied des Kreistages (Werra-Meißner-Kreis). Arnoldt ist die einzige Direktkandidatin des Wahlkreises, die bereits 2013 auf den Wahlzetteln stand.

Die jüngste Direktkandidatin im Wahlkreis ist Helena Pfingst von den Grünen. Sie wird kurz vor den Landtagswahlen 21 Jahre alt. Das ist auch Voraussetzung, um überhaupt zur Wahl zugelassen zu werden. Denn die hessischen Landtagswahlen sind die einzigen Wahlen in Deutschland, bei denen das passive Wahlalter – also die Wählbarkeit – über 18 Jahren liegt. Pfingst ist Kreistagsabgeordnete (Werra-Meißner-Kreis) und lebt in Vierbach in der Gemeinde Wehretal.

Für die Linken tritt Anne Noetzel an. Die gebürtige Kielerin (50) ist 1994 durch ihr Studium der ökologischen Landwirtschaft und internationale Agrarentwicklung nach Witzenhausen gekommen. Heute arbeitet sie als technische Ausbilderin und ist Vorstandsmitglied im Kreisverband Hersfeld-Rotenburg.

Die AfD hat Gerhard Schenk aus Bebra aufgestellt. Der 63-jährige Jurist ist Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Hersfeld-Rotenburg und sitzt im Kreistag in Bad Hersfeld.

Aribert Kirch vertritt bei der Landtagswahl die Farben der FDP. Der 61-jährige Inhaber und Fahrlehrer einer Fahrschule in Alheim ist Vorsitzender Alheimer FDP und stellvertretender Kreisvorsitzender. Der FDP-Kandidat von 2013, Dominik Fiedler, erhielt mit 2,1 Prozent die wenigsten Stimmen aller Direktkandidaten im Wahlkreis 10.

Zum ersten Mal seit 2008 wirbt auch wieder ein Direktkandidat der Freien Wähler um Erststimmen: Dr. Claus Wenzel. Der 44 Jahre alte Oberstudienrat und Lehrbeauftragter am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel lebt in der Gemeinde Wehretal.

Sie wollen nach Wiesbaden: Das sind die Kandidaten im Wahlkreis 11

Titelverteidiger im Wahlkreis 11 ist der Sozialdemokrat Torsten Warnecke. Der 55-Jährige stellt sich erneut zur Wahl. Der ehemalige Büroleiter des Bundestagsabgeordneten Michael Roth (SPD) lebt in Bad Hersfeld und ist Unterbezirksvorsitzender der SPD in Hersfeld-Rotenburg, Kreistagsmitglied und Mitglied im SPD-Landesvorstand.

Noch einmal wissen will es Andreas Rey von der CDU. Er war bereits 2013 angetreten und gewann im Januar die parteiinterne Bewerbungsrunde gegen Karsten Backhaus. Rey, einst Büroleiter der Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt (siehe Wahlkreis 10) und bis Mai Kreisgeschäftsführer der CDU Hersfeld-Rotenburg, arbeitet beim Dachverband der Automatenwirtschaft und ist 39 Jahre alt.

In Wiesbaden schon bestens bekannt ist Kaya Kinkel, die für die Grünen auf Stimmenfang geht. Die 30 Jahre alte Hönebacherin sitzt seit Oktober als Nachrückerin für den Abgeordneten Kai Klose (Rheingau-Taunus-Kreis) im Landtag und war damals mit 29 Jahren die jüngste Abgeordnete im Plenarsaal. Kinkel sitzt auch im Hersfeld-Rotenburger Kreistag und ist Vorstandsmitglied der Kreis-Grünen. 2013 war sie noch im Wahlkreis 10 angetreten (5,3 Prozent), nun versucht sie es im Wahlkreis 11.

Die Linken haben Christian Krähling normiert. Der 40-Jährige ist Betriebsrat bei Amazon in Bad Hersfeld. Krähling wohnt in Borken (Schwalm-Eder-Kreis) und ist kein Mitglied der Linken, oder wie es Hansjörg Hirschfelder, Sprecher des Kreisvorstands der Linken in Hersfeld-Rotenburg formuliert: „Noch nicht“.

Für die AfD im Wahlkreis 11 kandidiert Stefan Wild. Der Arzt aus Rotenburg ist 58 Jahre alt, stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag.

Mit dem Mandat der FDP will Bernd Böhle in den Landtag. Der 29-Jährige erzielte vor fünf Jahren bei seinem Landtagswahlkampfdebüt 2,9 Prozent der Erststimmen. Böhle ist Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, Fraktionsvorsitzender im Bad Hersfelder Stadtparlament und arbeitet bei der Gemeinde Alheim. Er wohnt in Bad Hersfeld.

Quelle: HNA

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