Das große Aufräumen nach dem Orkan Friederike in den Wäldern

Arbeit an Sturmschäden bis zum Frühjahr 2019

Bäume türmen sich auf: Wie hier im Forstrevier Ronshausen oberhalb des Immensees in Richtung Machtlos versperren unzählige Bäume die Wege in den Wäldern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die 30 Meter hohen Fichten haben Sturmböen teilweise wie ein Mikadospiel aufgeschichtet. Das erschwert die Aufräumarbeiten und erhöht die Gefahr, berichtet Karlheinz Schlott vom Forstamt Rotenburg.

Hersfeld-Rotenburg. Auch wenn Januar-Sturm Friederike schon lange zurückliegt – mit den Schäden, die er in den Wäldern im Landkreis angerichtet hat, werden die Forstwirte noch bis ins Frühjahr 2019 beschäftigt sein. Das erklärt der stellvertretende Leiter des Forstamtes Rotenburg, Karlheinz Schlott.

Allein im Bereich seines Forstamtes habe Friederike 200 000 Kubikmeter Holz umgeworfen – das entspricht der dreifachen Menge, die pro Jahr sonst dort geschlagen wird. Erschwerend kam hinzu, dass am Wochenende vom 17. März weitere 30 000 bis 50 000 Kubikmeter entwurzelt wurden. „Und dieser Sturm kam aus Osten, also aus der entgegengesetzten Richtung und hat die Bäume wie Mikadostangen übereinandergelegt oder bereits aufgeräumte Flächen erneut verwüstet“, sagt Schlott. Das mache das Aufräumen sehr gefährlich. „Durch die Spannung im Holz müssen unsere Arbeiter sehr vorsichtig sein“, berichtet der 51-Jährige.

Neben dem Arbeitsschutz müsse aber auch auf den Bodenschutz geachtet werden: „Ohne große Maschinen geht es nicht und die dürfen nur auf festgelegten Rückegassen eingesetzt werden – wo sie nicht hinkommen, müssen Mitarbeiter mit Motorsägen ran.“

Angesichts der Mengen sei ein noch schnelleres Abarbeiten schlicht nicht möglich. Das berichtet auch Thomas Brückner, stellvertretender Leiter des Forstamtes Bad Hersfeld. In seinem Gebiet haben die Stürme 140 000 Festmeter Holz umstürzen lassen – wie in Rotenburg fast 80 Prozent Fichten, die als Flachwurzler im nassen Boden besonders anfällig für die starken Windböen waren. Das Aufräumen im Gebiet des Forstamtes Bad Hersfeld werde mindestens bis in den Herbst dauern, sagt Brückner.

Die Gefahr gelockerter Bäume sei im gesamten Waldgebiet noch schwer einzuschätzen. Deshalb gelte es, erhöhte Vorsicht walten zu lassen. „Absperrungen müssen beachtet werden“, sagt Brückner. 

Wanderer müssen besonders gut aufpassen

Der 1. Mai ist ein beliebter Tag für Wanderungen. In diesem Jahr bitten die Forstämter alle Wanderer daher um erhöhte Achtsamkeit. Viele Wege sind aufgrund der hohen Mengen von Holz-Abtransporten leider stark ausgefahren. Die Forstämter werben daher um Verständnis dafür, dass der gewohnte Wegezustand nicht überall gewährleistet ist. Zudem gibt es viele Sperrungen wegen umgestürzter Bäume. So ist zum Beispiel der Premium-Rundwanderweg bei Ronshausen von der Friedrichseiche bis zum Silzerbachtal und von Fünf Linden bis ins Steinbachtal nicht begehbar. Alle Absperrungen wegen Windbruchs sollten unbedingt beachtet werden, da sonst Gefahr droht.

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