Sie fordern Klimagerechtigkeit

BUND-Jugend war zu deutschlandweitem Treffen in Rotenburg zu Gast

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Der Rotenburger Kreisjugendhof als idealer Versammlungsort: Am Wochenende fand die Bundesversammlung der BUND-Jugend statt, bei der sich die Nachwuchsorganisation des BUND bunt, aber auch deutlich positionierte. 

Es ist ihnen ernst mit dem Klimaschutz, und deshalb sind fast alle Teilnehmer der Bundesjugendversammlung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit dem Zug angereist.

Und mit dem Rucksack zu Fuß zum mitten im Wald gelegenen Kreisjugendhof gestapft.

„Wir sind bestimmt schon zum siebten Mal hier“, berichtet Gert Sanders, der Bundesgeschäftsführer der jungen Freunde der Erde. So bezeichnen sich die jungen Frauen und Männer ganz bewusst, und so möchten sie auch leben. Deshalb sind fast alle nicht nur der Verbandsposition wegen, sondern aus Überzeugung Vegetarier oder sogar Veganer, und weil das Küchenteam des Kreisjugendhofs sie nicht nur wunschgemäß, sondern hervorragend bewirtet und sehr um sie bemüht ist, ist die kreiseigene Begegnungsstätte inzwischen ihr fast schon angestammter Versammlungsort.

Von Freitagabend bis Sonntagmittag standen Berichte der Landesverbände, des Bundesvorstands, der Bundesgeschäftsstelle, Workshops zu den Anträgen und Wahlen unter anderem zum achtköpfigen, gleichberechtigt arbeitenden Bundesvorstand an.

Eine, deren Amtsperiode endet, ist die Hessin Carolin Lotter. Der gebürtigen Schwälmerin, die jetzt in Darmstadt Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Elektro- und Informationstechnik studiert und die sich – auch im Landesvorstand des BUND Hessen – vor allem um die Themen Digitalisierung, Klima und Energie kümmert, liegt die konsequente Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung am Herzen. Deshalb macht sich die 24-Jährige mit ihren Mitstreitern stark für eine noch gezieltere Förderung der ökologischen Landwirtschaft. Ganz persönlich würde sie sich freuen, wenn sie nach Absolvierung ihrer Bachelor-Prüfung eine Stelle im Erneuerbare-Energien-Bereich finden würde – um zum Beispiel bei einer sinnvollen Energienetzplanung mitzuwirken.

Carolin Lotter, Delegierte aus der Schwalm

Beim Fototermin erlebt man sie und die rund 70 weiteren Delegierten, die von Martina Selzer und Ulrike Schott vom Kreisverband des BUND über die ökologische Situation vor Ort informiert werden, allesamt als sehr engagiert, aber auch diszipliniert. Mit spontanen Sprechchören („Klimagerechtigkeit jetzt!“) unterstreichen die jungen Leute, was sie beschlossen haben und was sie auf der Internetplattform Twitter, wo Schlagwörter mit Hashtags markiert werden, so verkünden: „#bjv2019 fordert eine sozialverträgliche, ökologische #Digitalisierung, eine konsequente Umsetzung der #NBS (nationalen Biodiversitätsstrategie) und #Bildung und #Forschung für alle. Außerdem positioniert sie sich #gegenrechts.“

Die Region darf sich darüber freuen, dass sie sich vor Ort gut und nachhaltig aufgehoben fühlen und dass sie 2020 wiederkommen wollen.

Von Wilfried Apel

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