Das Ende der Raumnot ist in Sicht

Bauarbeiten am neuen Rotenburger Feuerwehrgerätehaus beginnen am Samstag

Ansicht von vorn: Links die Übungswand, die für Außenstehende unzugänglich sein soll, in der Mitte und rechts unten die Fahrzeugboxen, oben werden Schulungsräume und Büros untergebracht. Im Vordergrund die Auffahrt zum Gebäudekomplex. 

Rotenburg. Jetzt endlich wird Erde auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück am Breitinger Kirchweg bewegt: Der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus in Rotenburg findet am Samstag, 17. März, um 13 Uhr statt.

Endlich geht es los: Der Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus in Rotenburg findet morgen, Samstag, um 13 Uhr statt. Darüber freuen sich, von links, Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut, stellvertretender Wehrführer Bernhard Pfister und Wehrführer Dirk Riemenschneider. Sie haben viel Zeit in die Planung investiert. Foto: Schäfer-Marg

Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut, Wehrführer Dirk Riemenschneider und sein Stellvertreter Bernhard Pfister sind froh, dass das 11,5-Millionen-Euro-Projekt nun startet – und der Rest der Freiwilligen Feuerwehr ist es auch. Denn in der bisherigen Unterkunft am Obertor, dem 1965 erbauten Feuerwehrgerätehaus, herrscht nicht nur drangvolle Enge. Sie gilt auch in puncto Sicherheit und Nutzbarkeit als kaum noch vertretbar. Das haben auch schon technischer Prüfdienst und Unfallkasse dem betagten Gebäude bescheinigt. Nun kommt also der moderne Zweckbau, der den feuerwehrtechnischen Belangen Rechnung trägt.

Das Grundstück

Es wird aus Gründen des Hochwasserschutzes um einen Meter aufgeschüttet. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine zwölf Meter breite Auffahrt geschaffen werden muss, über die die Fahrzeuge auf den Breitinger Kirchweg gelangen. Die Feuerwehrleute fahren rechts am Gebäude vorbei zu den etwa 50 Parkplätzen und verlassen das Grundstück über eine Abfahrt auf der linken Seite. Zu- und Ausfahrt werden mit zwei Schranken versperrt, der Bereich der breiten Auffahrt erhält ein Tor. Die hinter dem Stützpunkt liegenden Wohnhäuser haben eine eigene Zufahrt.

Das Gebäude

Es wird U-förmig in Fertigbetonteilen errichtet. Es gibt eine etwa 14 Meter hohe Übungswand, die realitätsnahes Training ermöglicht. Der Zugang wird gesperrt, damit keiner auf dumme Gedanken kommt und unbeaufsichtigt den Turm erklimmen kann. Geheizt wird mit einer Wärmepumpe und bei besonderer Kälte zusätzlich mit einer Gasbrennwerttherme. Auf das Dach kommt eine Fotovoltaikanlage. Außerdem bekommt das Gebäude eine Netzschutzanlage, ein Stromausfall kann somit 72 Stunden lang ausgeglichen werden, was wichtig bei Katastropheneinsätzen ist. Auch ein Aufzug wird eingebaut – Vorschrift bei öffentlichen Gebäuden.

Das Untergeschoss

Es werden 15 Stellplätze für die Fahrzeuge, eine Waschbox und eine Bestückungshalle errichtet. In dieser Halle werden die Fahrzeuge nach einem Einsatz für den neuen Notfall vorbereitet: benutzte Atemschutzgeräte und Schläuche werden abgegeben und neue aufgenommen, außerdem wird der Wassertank aufgefüllt. Die Bestückungshalle ist auch für andere Wehren, etwa aus den Stadtteilen, erreichbar. Sie bekommen einen Schlüssel, außerdem haben sie einen eigenen LKW-Parkplatz. Der Löschzug wird vor Kopf geparkt, die Sonderfahrzeuge rechts. Werkstattbereich und Bestückungshalle liegen links. Die Fahrzeugboxen sind genormt: zwölf Meter lang und knapp fünf Meter breit. Im Untergeschoss befinden sich Umkleiden und Sanitärräume für die Feuerwehrfrauen und -männer sowie ein Trockenraum für die Bekleidung nach dem Einsatz.

Das Zwischengeschoss

Ein Zwischengeschoss gibt es nur in Teilbereichen. Auf der linken Seite wird ein 150 Quadratmeter großer Übungsraum mit mobilen Wänden errichtet, der das Training für alle möglichen Wohnformen und somit Einsatzorte ermöglicht. Er soll der praxisnahen Ausbildung dienen und ist auch von außen erreichbar, ebenso wie die Trainingswand. Außerdem ist hier ein Lagerraum.

Auf der rechten Seite werden Umkleiden für die Kinder- und Jugendfeuerwehr eingerichtet, zwei Technikräume sowie eine Kleiderkammer.

Das Obergeschoss

Im Obergeschoss wird es einen Schulungsraum für 95 Personen geben, Übungsräume für Kinder- und Jugendwehr, eine Teeküche, einen kleinen Aufenthaltsraum sowie eine Kommunikationszentrale für Sonderlagen – die Feuerwehrleute sprechen schlicht von „Funkraum“. Der Stadtbrandinspektor und der Wehrführer bekommen Büros. Außerdem wird ein kleiner Sportraum eingebaut – körperliche Fitness ist besonders für Atemschutzträger wichtig, ist sich das Führungstrio der Rotenburger Wehr einig.

Die Kosten

Mit fortschreitender Planung sind die genannten Summen gestiegen. 2016 lag die Summe bei 9,5 Millionen, jetzt werden 11,5 Millionen Euro genannt. Die Stadt Rotenburg übernimmt den Löwenanteil von 10,1 Millionen Euro, Land und Kreis zahlen den Rest. Ein Haufen Geld“, sagt Wehrführer Riemenschneider. „Aber es ist ja auch ein Riesenprojekt.“ Und die gesetzlichen Vorgaben zwingen zu den meisten Investitionen.

Zum Spatenstich am Samstag gibt es Würstchen und Getränke zum Selbstkostenpreis.

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