Der unvergessliche Jahrgang 2020

Abitur in Corona-Zeiten: So liefen die Prüfungen in Hersfeld-Rotenburg

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Trotz Corona-Krise Abitur geschrieben hat die 17-jährige Wiebke Schuchardt an der Jakob-Grimm Schule in Rotenburg. Die Schülerin ist erleichtert, dass die Prüfungen wie geplant stattgefunden haben.

Fast alle Bundesländer haben die schriftlichen Prüfungen wegen der Coronakrise verschoben - Hessen nicht. Eine Abiturientin aus Rotenburg erklärt, warum das eine Erleichterung ist.  

  • Das Coronavirus breitet sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg aus.
  • Trotzdem fanden die Abiturprüfungen statt.
  • So liefen die Prüfungen im Kreis ab.

Während in fast allen anderen Bundesländern die schriftlichen Prüfungen aufgrund der Coronakrise verschoben worden sind, haben Schüler in Hessen vom 19. März bis zum 2. April ihr Abitur geschrieben. Auch an der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld und der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule wurde – mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen – geprüft.

„Ich bin sehr erleichtert, dass wir die Prüfungen an der Jakob-Grimm-Schule planmäßig schreiben konnten“, sagt Abiturientin Wiebke Schuchardt aus Rotenburg. Es sei ohnehin schon eine aufregende Zeit für den Abschlussjahrgang gewesen. Die Umstände der Corona-Krise hätten das nicht besser gemacht. 

Abitur Hersfeld-Rotenburg während Corona: Schüler wollte zeigen, was sie gelernt haben

„Meine Mitschüler und ich lernen teilweise seit den Winterferien. Wir wollten jetzt geprüft werden und das zeigen, wofür wir so viel Zeit und Aufwand investiert haben“, sagt Schuchardt. Die 17-Jährige betont, dass Lehrer und Schulleitung zudem sehr bemüht gewesen seien, den Schülern einen möglichst normalen Ablauf des Abiturs zu ermöglichen.

Auch ein Abitur ganz ohne Prüfungen, wie er bundesweit diskutiert wurde, stand zeitweise im Raum. „Prüfungen sind fester Bestandteil des Abiturs. Hätten die Schüler in Hessen keine Prüfungen geschrieben, wäre das ungerecht gegenüber anderen Jahrgängen und den anderen Bundesländern“, sagt Marc Heinzerling, Oberstufenleiter der Jakob-Grimm-Schule. „Ein bundeseinheitlicher Umgang mit der Situation würde für mehr Gerechtigkeit sorgen.“

Abitur in Corona-Zeiten: Das Umarmen zum Mutmachen musste diesmal ausfallen

Auch Karsten Backhaus, Schulleiter der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld, sagt: „Ich glaube, dass das Kultusministerium die richtige Entscheidung getroffen hat. Die Abiturienten waren genau jetzt vorbereitet. Für sie wäre es die falsche Entscheidung gewesen, die Prüfungen zu verschieben. Denen ist jetzt ein Stein vom Herzen gefallen.“

Speziell war die Situation an den Prüfungstagen. Außer den Prüflingen und den Lehrern war niemand da – und wer da war, ging den anderen aus dem Weg. „Normalerweise fallen sich die Schüler kurz vor Prüfungsbeginn in die Arme und machen sich gegenseitig Mut. Das fiel in diesem Jahr leider aus“, sagt Marc Heinzerling.

So erleichtert Wiebke Schuchardt über die geschriebenen Prüfungen auch ist, für sie und alle anderen Abiturienten bleiben viele Fragen offen: Wann werden sie Freunde und Mitschüler in den Schulen wiedersehen? Finden die mündlichen Prüfungen wie geplant statt? Wird es den lang ersehnten Abiball geben? Eines zumindest steht für Schüler und Lehrer wohl fest: Den Abiturjahrgang 2020 wird so schnell keiner vergessen.

Abitur in Corona-Zeiten: Maximal zehn Schüler pro Raum

Bei Abiturprüfungen ist der Abstand zwischen den Schülern auch unter normalen Abständen größer als im gewöhnlichen Unterricht. Diesmal wurden maximal zehn Schüler pro Raum geprüft, mit großem Sicherheitsabstand. Tische und Türklinken wurden vermehrt desinfiziert, zudem wurde darauf geachtet, dass sich die Schüler im Zweifelsfall auf möglichst viele Toiletten verteilen. 

Durch das Coronavirus bedingte Krankheitsfälle gab es nicht, berichten Heinzerling und Backhaus, beide betonen das große Verständnis der Schüler für die Ausnahmesituation. „Wir haben im Vorfeld auch alle umfangreich über die Sicherheitsvorkehrungen und Risiken aufgeklärt“, so Backhaus. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Lehrern, Sekretariat, Hausmeistern und Reinigungskräften habe für reibungslose Abläufe gesorgt.

Von Carolin Eberth

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Quelle: HNA

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