Schuld daran ist der Winter

Zahl der Arbeitslosen im Kreis Hersfeld-Rotenburg steigt um 287 Personen

Waldemar Dombrowski Geschäftsführer Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda Arbeitsamt
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Waldemar Dombrowski Geschäftsführer Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda Arbeitsamt

Der Winter ist in Waldhessen – zumindest auf dem Arbeitsmarkt – angekommen. Mit 2362 Arbeitslosen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt die Zahl um 287 über der vom Dezember 2019.

Die Arbeitslosenquote stieg im Januar 2020 auf 3,7 Prozent. Im Dezember 2019 betrug sie 3,2 Prozent. Die aktuelle Quote von 3,7 bleibt jedoch weiterhin – im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen – unter dem Vorjahresniveau von 3,8 Prozent und unter der Hessenquote (4,7 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote, die auch Menschen erfasst, die in einer „arbeitsmarktpolitischen Maßnahme“, vorübergehend krank oder älter als 58 Jahre sind und Hartz IV beziehen, liegt bei 4,8 Prozent (Vormonat: 4,5; Vorjahr: 5,1).

Auch wenn sich der Winter aktuell alles andere als besonders kalt und eisig zeigt, ist er auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Januar um 287 auf nunmehr 2362 angestiegen. Alleine in der Kreisstadt Bad Hersfeld sind im Januar 877 Menschen ohne einen Job gewesen. Im Dezember waren es nur 764. In Rotenburg sind aktuell 329 Frauen und Männer ohne Arbeit (310 waren es im Dezember 2019) und in Bebra sind derzeit 358 Menschen arbeitslos gemeldet (337 waren es im Vormonat). 

„Die Gründe für den relativ starken Zuwachs liegen in der Kombination aus saisonalem Anstieg der Arbeitslosigkeit und abnehmender Konjunkturdynamik“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Im Winter kommt es zu erhöhter Arbeitslosigkeit in den Außenberufen wie beispielsweise dem Bauhandwerk, und zum Jahreswechsel laufen zahlreiche Arbeitsverträge aus. 

Daneben ist die Auftragslage bei Unternehmen, die dem Automotive-Bereich angehören oder mit ihm verzahnt sind, rückläufig. „Dies führte in den vergangenen Monaten bereits zu einer verstärkten Inanspruchnahme von Kurzarbeit seitens der Betriebe“, erklärt Dombrowski weiter. 

Besonders auffällig war der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Personen unter 25 Jahren um 57 auf 251 innerhalb eines Monats. Mitunter handelt es sich um junge Menschen, die eine Ausbildung abgebrochen haben oder deren befristetes Arbeitsverhältnis Ende des Jahres ausgelaufen ist.

 „Die abnehmende Konjunkturdynamik kommt allmählich auf dem Arbeitsmarkt an“, fasst Agenturleiter Dombrowski zusammen. So haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr Menschen aus einer Erwerbstätigkeit erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet. 

Dagegen sank die Zahl der arbeitslosen Personen, die in eine Erwerbstätigkeit integriert werden konnten. Die verhaltene Konjunkturentwicklung wird durch die Stellensituation belegt. 

Mit 336 Stellen akquirierte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Bad Hersfeld im Januar gut ein Drittel weniger als im Januar 2019. Auch der Stellenbestand hat sich verringert, was zu einem maßgeblichen Teil den Bereich Verkehr und Lagerei betroffen hat. 

Aktuell sind der Arbeitsagentur 1098 offene Stellen gemeldet. Dies sind 358 weniger als im Vormonat und 314 weniger als noch im Januar 2019. „Gleichwohl gibt es in zahlreichen Berufen personelle Engpässe und damit gute Vermittlungsmöglichkeiten“, macht Dombrowki Mut.

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