Zwangsversteigerung

VR-Bankverein sichert sich ehemaliges Muzkkka

Das ehemalige Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) in Rotenburg, Obertor 8, wurde am 21. November 2018 zwangsversteigert. Höchstbietender war der VR Bankverein.

Rotenburg. Für 525 000 Euro hat der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg  das ehemalige Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) in Rotenburg ersteigert.

Der VR-Bankverein war einziger Bieter unter vielen Teilnehmern des Zwangsversteigerungstermins im Amtsgericht Bad Hersfeld. Zwar gilt die Zwangsversteigerung noch nicht als rechtskräftig, doch haben sowohl der Eigentümer Helmut Holzhauer von der Horo Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft für Bauwesen in Bebra als auch Vertreter der Gläubigerbank aus Süddeutschland signalisiert, keine Rechtsmittel einlegen zu wollen. Die Genossenschaftsbank aus Baden-Württemberg hatte Forderungen, die alles in allem fast bei 800 000 Euro lagen. Der Verkehrswert der Immobilie war mit 640 000 Euro angegeben. 

Der VR-Bankverein, der seit geraumer Zeit in Immobilien in seinem Einzugsgebiet investiert, plant, die alte Villa zu sanieren und im unteren Bereich Arztpraxen einzurichten. Es gebe bereits potenzielle Mieter. Im Obergeschoss wolle man voraussichtlich exklusives Wohnen ermöglichen, erklärte Pressesprecher Marco Groß. Auf dem dazugehörigen Grundstück werde man entweder Wohnungen im hochwertigen Preissegment, die dann auch barrierefrei sind, oder studentische Wohnungen errichten. Diese könnten dann ans Studienzentrum der hessischen Finanzverwaltung und Justiz vermietet werden. Bekanntlich benötigt die Schule weiteren Wohnraum. 

Nicht in der Planung sei es, Eigentumswohnungen zu errichten. Der VR-Bankverein wolle weiterhin in der Stadt investieren. Auch Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald nannte es eine „sehr gute Nachricht“ dass das Geldinstitut den Zuschlag erhalten hat.

Nur ein Mietvertrag besteht derzeit für die Immobilie Obertor 8+6 : Das Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz nutzt das Grundstück derzeit als Parkfläche. 

Die Mietverträge müssen rein rechtlich aufrechterhalten bleiben, allerdings hat der neue Eigentümer ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, erläuterte Matthias Werner, der das Zwangsversteigerungsverfahren leitete. Fast 20 Menschen bevölkerten den Gerichtssaal, boten aber schlussendlich nicht mit.

Die Jugendstilvilla, die 1902 erbaut worden war, und vielen als achitektonisches Schmuckstück gilt, soll, so berichtete Werner vor der Bieterstunde, auch als Kulturdenkmal eingetragen werden, allerdings liege dem Gericht noch kein entsprechender Eintrag vor. Das historische Gebäude, das bis 2014 dem Land gehörte, beherbergte früher das Katasteramt und wurde später an denTrägerverein des Museums für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) ausgeliehen.

Architekt Helmut Holzhauer, der mit seiner Horo-Gruppe die Immobilie 2014 erworben hatte, wollte in der Villa Praxen und Büros bauen, auf dem Grundstück sollten Wohnblocks mit Eigentumswohnungen der gehobenen Klasse entstehen. Der Kaufpreis für die größte, die Maisonette-Wohnung sollte demnach bei 350 000 Euro liegen. Auch betreutes Wohnen sollte in den Neubauten möglich sein, die Erdgeschosswohnungen waren in behindertengerechter Bauweise vorgesehen. Das Projekt kam allerdings nicht voran. Zuletzt stand die Immobilie, der ein großer Investitionsstau attestiert wurde, unter Zwangsverwaltung.

Kommentare