Verhandlung vor dem Schwurgericht in Fulda

Rotenburger: „Ich habe meine Frau nicht getötet“

Der Tatort: In diesem Haus in Lispenhausen lebte die Ehefrau mit den Kindern.

Lispenhausen/Fulda. Wegen Totschlags und vorsätzlicher Brandstiftung muss sich ein 36-Jähriger aus dem Rotenburger Stadtteil Lispenhausen vor dem Schwurgericht in Fulda verantworten.

Der Prozess hatte Mitte Juli begonnen. Am Donnerstag fand ein weiterer Verhandlungstag statt. Staatsanwalt Andreas Hellmich wirft dem Angeklagten vor, am Abend des 17. Oktober vergangenen Jahres seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in deren Lispenhäuser Wohnung erwürgt oder erdrosselt zu haben. Im Anschluss soll er ein Sofa, Decken und Kissen angezündet haben, um Spuren zu verwischen. Der Schwelbrand wurde jedoch schnell entdeckt und gelöscht. Die Feuerwehr war um 20.33 Uhr alarmiert worden. 

Um das Zeitfenster am Tag der Tat ging es gestern vor der 1. großen Strafkammer am Landgericht. Der Angeklagte beteuerte dabei seine Unschuld. Er sei zur Tatzeit nicht am Tatort gewesen, sagte er. Den ganzen Tag über sei er mit den beiden Kindern und seiner Mutter in den Saalfelder Feengrotten gewesen. Den weiteren Fortgang schilderte der Angeklagte so: Auf der Rückfahrt legten sie noch einen Stopp bei Mc Donalds in Bebra bis gegen 19 Uhr ein. Dort telefonierte er kurz mit seiner Frau. Er wollte später den Ranzen der Tochter und eine Spielzeug-Waffe des Sohnes abholen. 

In Lispenhausen sei er gegen 19.30 Uhr für zehn Minuten gewesen, nachdem er Mutter und Kinder in Seifertshausen abgesetzt habe, sagte der 36-Jährige aus. Danach will er bei einem Freund in Seifertshausen noch eine Autoreparatur bezahlt haben. Gegen 20 Uhr war er demnach wieder zuhause. Mit seiner Mutter will er noch eine oder zwei Zigaretten geraucht haben. Danach ging er mit den Kindern gegen 20.45 Uhr zu Bett. Um 22.30 Uhr klingelte die Polizei und überbrachte die Todesnachricht. 

Die Auswertung seines Handys aber sagt etwas anderes. Danach war er von 19.53 bis 20.17 Uhr in der Wohnung seiner Ehefrau. „Diese Auswertung kann zu 100 Prozent nicht stimmen. Ich war um 20.17 Uhr definitiv zuhause“, sagte der Angeklagte. (rey)

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