Forderung der Gewerkschaft

Rotenburg: Zollschule soll in die Alheimer-Kaserne

Die Alheimer-Kaserne ist als Zoll-Standort im Gespräch. Foto: Clemens Herwig/Archiv

Rotenburg. Die Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ fordert die Einrichtung einer Zollschule des Bundes in Rotenburg und schlägt dafür die ehemalige Alheimer-Kaserne vor.

Sie dient derzeit als Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Die Kaserne ist mit rund 250 Flüchtlingen belegt und soll ab September weitere besonders schutzbedürftige Bewohnerinnen bekommen – wir berichteten.

Die Alheimer-Kaserne ist als Zoll-Standort im Gespräch. Foto: Clemens Herwig/Archiv

Kai Ahlheim, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft, teilte mit, dass die Generalzolldirektion mit Sitz in Bonn ein Zukunftskonzept für die Aus- und Fortbildung erarbeiten sollte. Dieses Konzept liege der Gewerkschaft vor. Demnach sollen neben den drei bestehenden Standorten im westfälischen Münster, Plessow und Sigmaringen fünf weitere Zukunftsstandorte errichtet werden.

Ein Standort sei im Großraum Rhein-Main vorgesehen mit 275 Unterkünften und 32 Lehrenden sowie Verwaltung, Logistik und Mensa. Aufgrund der zentralen Lage bietet sich nach Einschätzung der Gewerkschaft die Kaserne in Rotenburg dafür an. Sie biete nicht nur Unterkunftsmöglichkeiten, Lehrsäle, Sportmöglichkeiten und eine Schießanlage, sondern verfüge auch über eine exzellente Anbindung an die Autobahnen und Bahnnetze. Auch die großen Zollstandorte in Bad Hersfeld und Kassel seien gut erreichbar.

Fortbildung

Die Schießanlage könne zudem auch für die Fortbildung der waffentragenden Beschäftigten der Hauptzollämter und des Zollfahndungsamtes in Hessen genutzt werden, schlägt die Gewerkschaft vor. Zudem befinde sich die Liegenschaft im Eigentum des Bundes und gehöre wie die Zollverwaltung in den Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums.

Außerdem sei eine Zusammenarbeit mit dem Hessischen Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz möglich. Dass diese die Kaserne nutzt, hatte zuletzt die SPD-Fraktion vorgeschlagen.

Eine kurzfristige Nutzung der Kaserne ist nach Einschätzung der Gewerkschaft ohne großen Bauaufwand möglich. Durch die Einrichtung einer Zollschule bekäme die Region Rotenburg einen echten Ausgleich für den verloren gegangenen Bundeswehrstandort.

Schon länger Thema

Dass die Kaserne für den Zoll genutzt werden könnte, war in früheren Jahren bereits Thema. Die Gewerkschaft hat sich nach eigenen Angaben mit ihrem Vorschlag bereits an den SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth gewandt und um Unterstützung gebeten.

Laut Gewerkschaftsvorsitzenden haben bundesweit zum 1. August 1400 Zoll- und Finanzanwärter ihre Ausbildung bei der Zollverwaltung und ihren Ausbildungshauptzollämtern begonnen, allein in Hessen 230. Weitere 1400 Beschäftigte sollen bis 2019 eingestellt werden, in den Haushaltsjahren bis 2026 sollen noch einmal bis zu 4700 Beschäftigte folgen. 

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