Wochenendporträt

Peter Schuchardt: Eine Leidenschaft fürs Wasser

Ob als Schwimmer oder auf dem Boot: Peter Schuchardts Element ist das Wasser Foto:  Kanngießer

Rotenburg. Am 12. April 1981 absolvierte die Raumfähre Columbia den ersten Einsatz eines Space Shuttles im Weltraum. Der Flug verlief reibungslos. Ebenso erfolgreich startete im selben Jahr Peter Schuchardt seine Jungfernfahrt beim Bootskorso des Rotenburger Strandfestes. Er hatte diesen Meilenstein in der Geschichte der Raumfahrt zum Thema seines ersten eigenen Bootes gemacht.

Fragt man ihn heute, an welches Boot er sich am liebsten erinnert, dann sagt er ohne zu zögern: „Die Columbia“. Auf dem Tretboot, geliehen von der Stadt Rotenburg, baute er einen Holzrahmen und umspannte ihn mit einer Folie. Als Beleuchtung benutzte er Halogen-Birnen von ausrangierten Autoscheinwerfern. Hoch aktuell war das Thema damals, und die Umsetzung fand viel Anklang bei Besuchern und im Boots-Corso-Club gleichermaßen. Seit dieser Zeit gehören Korso und Club im Hause Schuchardt zum Familienleben.

Peter Schuchardts Element ist das Wasser. Schwimmen brachte er sich als Kind selbst bei. Seit 1976 ist er Mitglied in der DLRG. Schon lange begeisterten er und seine Freunde sich für die originellen Motive von Franz Mansky. „Er hatte als gelernter Dekorateur ein gutes Auge dafür, wie man Themen umsetzt“, erzählt Schuchardt.

An viele schöne Motive erinnert sich der 52-Jährige. Zum Beispiel an das Harry-Potter-Boot. An Modelle mit lokalem Bezug wie die dritte Fuldabrücke und die Ortsumgehung Lispenhausen. Oder an den Leuchtturm, den Familie Schuchardt als Erinnerung an einen schönen Urlaub in Szene setzte. Die Lichterboote sind für Peter Schuchardt ein wertvoller Bestandteil des Bootskorso. Erinnern sie doch an die Anfänge der traditionellen sonntäglichen Strandfest-Veranstaltung. An damals, als man die Boote noch mit Teelichtern in bunten Bechern beleuchtete.

Mehr Technik im Einsatz

Vieles hat sich im Laufe der Jahre geändert. „Heute hat man mehr technische Möglichkeiten und eine größere Material-Auswahl“, sagt der Vorsitzende. Seit knapp drei Jahren fahren die Mitglieder ausschließlich mit Elektrobooten. Eines aber ist seit 90 Jahren geblieben: Die „Macher“ der Boote bringen viel handwerkliches und künstlerisches Talent mit.

Die 35 Aktiven treffen sich in ihrer „Werft“, dem Versammlungsraum unter dem Hallenbad. Hier tauschen sich aus und diskutieren ihre Ideen. Der neue Stakekahn „Schelch“ hat nicht nur das Metall, sondern auch die Mitglieder zusammen geschweißt, erzählt der Vorsitzende. An seiner Seite im Vorstand des Boots-Corso-Clubs sind Karin und Roland Schwarz, Peter Ploß, Karin Schwarz und Markus Mohr.

Außer dem Boot mit der Venezianischen Gondel, die sich bei einem Korso „komplett in schwarz präsentierte und somit nicht gesehen wurde“, gab es keine Flops. Ein richtig ernst zu nehmender, weil unberechenbarer, Gegner ist das Wetter. Wegen Gewitter musste der Publikumsmagnet schon mal verlegt werden. Und hin und wieder gab es auch die eine gemeine Windböe, die das ein oder andere Boot zum Kentern brachte.

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