Trotz Klinik-Krise

Landrat Michael Koch will sich im kommenden Jahr erneut zur Wahl stellen

Dr. Michael Koch, Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg.
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Dr. Michael Koch, Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg.

Trotz der schweren wirtschaftlichen Krise des Kreis-Klinikums will sich Landrat Dr. Michael Koch im kommenden Jahr erneut zur Wahl stellen.

Hersfeld-Rotenburg – „Wenn es schwierig wird, werde ich mich nicht abducken“, sagte er in einem Interview mit unserer Zeitung. Als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums trage er seinen Teil der politischen Verantwortung, sein „unmittelbarer Einfluss auf wirtschaftliche Erfolge“ sei aber begrenzt.

Entgegen früheren Aussagen (siehe Hintergrund) werde es sich erneut zur Wahl stellen. „Jeder, der meint, ich hätte Fehler gemacht, kann das bei der Wahl zum Ausdruck bringen“, sagte Koch. Er machte die „dramatisch veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitssektor“ für die finanzielle Schieflage des Klinik-Konzerns verantwortlich.

Bei den im Kreistag vertretenen Parteien stieß Kochs Ankündigung einer erneuten Kandidatur auf ein gemischtes Echo: „Der Landrat hat öffentlich im Kreistag betont, dass er nicht mehr zur Wiederwahl antritt, sofern das HKZ-Projekt scheitern sollte. Dies ist nun nachweislich geschehen. Die Ankündigung des Landrates ist daher nur eine rhetorische Worthülse gewesen. Jeder muss nun selbst entscheiden, ob er ihm jetzt noch vertrauen kann“, erklärte der FDP-Fraktionschef Bernd Böhle.

„Dass Herr Dr. Koch nach dem Klinikum-Debakel nicht nur nicht zurücktritt, sondern auch die Chuzpe besitzt, erneut antreten zu wollen, überrascht doch sehr“, kommentierte Peter Fricke von der AfD die Ankündigung.

Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Torsten Warnecke zeigte sich vor dem Hintergrund der Klinik-Krise „überrascht“, dass Koch erneut antreten will. Ob die SPD einen eigenen Kandidaten für die Landratswahl aufstellen wird, ließ Warnecke offen. Dazu müsse zunächst die Partei-Basis gehört werden.

Für die CDU lobte Fraktionschef Herbert Höttl seinen Parteifreund. „Michael Koch ist hoch kompetent und macht unter schwierigen äußeren Rahmenbedingungen einen sehr guten Job für die Menschen.“ Die FWG ging nicht auf die Klinik-Krise ein. Fraktionschef Jörg Brand erklärte, die FWG werde keinen eigenen Kandidaten aufstellen.

Politisches Schicksal mit HKZ verknüpft

Landrat Dr. Michael Koch war seinerzeit mit viel Optimismus an die Übernahme des HKZ gegangen. „Wir planen hier ein Projekt von nationaler Bedeutung“, hatte er im Jahr 2016 (HZ/HNA vom 1. Oktober) gegenüber unserer Zeitung gesagt und damals sogar sein Amt an den Erfolg der Neuausrichtung geknüpft: „Wenn wir das HKZ nicht wieder flott kriegen, werde ich nicht noch einmal als Landrat antreten.“ (Kai A. Struthoff)

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