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Gaskrise treibt Preise für Treibstoffzusatz AdBlue in die Höhe

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Von: Jenny Breiding

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AdBlue
AdBlue: Der Harnstoff-Zusatz zur Abgasreinigung ist deutlich teurer geworden. © Swen Pförtner/dpa

Da Gas durch unzureichende Verfügbarkeit und steigende Preise zur Mangelware geworden ist, stehen Busunternehmen, Spediteure und Logistiker nun vor der nächsten Krise – AdBlue.

Hersfeld-Rotenburg - Ohne den Dieselzusatz, der die Abgase der Fahrzeuge reduzieren soll, wechseln Motoren in den Notbetrieb. Betroffene Kraftfahrzeuge würden aufgrund der programmierten Software nicht mehr fahren.

Auch Feuerwehr- und Krankenwagen sind meist dieselbetrieben und somit auf den Kraftstoffzusatz AdBlue angewiesen. Demnach wären auch ihre Einsätze bei einem Engpass von AdBlue gefährdet. Thorsten Bloß, der Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr des Landkreises Hersfeld-Rotenburg entwarnt hier jedoch. „Bei der Beschaffung der Einsatzfahrzeuge sind diese so ausgeschrieben worden, dass auch ein Betrieb ohne den Zusatz AdBlue möglich sein sollte.

Falls eine Feuerwehr sich nicht sicher sein sollte, ob dies der Fall ist, haben wir ihnen geraten, die örtliche Fachwerkstatt zu fragen. Denn die kann den entsprechenden Softwarestand auslesen“, sagt er.

Da Transport- und Logistikunternehmen nicht unter diese Ausnahmeregel fallen, müssen diese mit den Konsequenzen der sehr hohen Kosten auskommen und sich auf mögliche Beschaffungsschwierigkeiten vorbereiten.

Waldemar Korneks Omnibus-Unternehmen Hessenbub aus Rotenburg spürt bereits jetzt die Schwierigkeiten dieser für ihn ausweglosen Situation. Ein 1000-Liter-Tank habe bislang 300 Euro gekostet, nun muss er 1200 Euro für die gleiche Menge bezahlen. An den Tankstellen sei AdBlue noch teurer zu erstehen, sagt er. Kornek habe „zum Glück bis Ende des Jahres vorgesorgt“. Was ihn danach erwartet, ist jedoch ungewiss. Von Bund und Ländern vermisst er die versprochene und doch ausbleibende finanzielle Hilfe.

Auch das Bad Hersfelder Logistikunternehmen HFL Herbst Frischelogistik spürt die Veränderungen. Pro Woche bräuchten sie 4000 Liter AdBlue, so Leiter Christian Groß. HFL Herbst Frischelogistik kaufe den Zusatzstoff im Großhandel ein und habe bislang keine Vorräte. Diese seien nicht nötig, da das Unternehmen trotz einer deutlichen Preissteigerung von 700 Prozent Verträge mit dem Händler abgeschlossen habe, die die Versorgung mit AdBlue sichern.

Von Jenny Breiding

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