Kleiderkammer der Rotenburger Flüchtlingsunterkunft hat großen Bedarf

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In der Kinderabteilung: Lutz Till organisiert die Kleiderkammer für Flüchtlinge von Beginn an. Da nun die Zahl der Bedürftigen wieder steigt, werden weitere ehrenamtliche Helfer gesucht. Die Öffnungszeiten müssen voraussichtlich erweitert werden.

Rotenburg – 4700 Menschen sind in den vergangenen vier Jahren eingekleidet worden, 7660 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden dafür geleistet.

In der Kleiderkammer der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Rotenburg, die damals vom DRK-Kreisverband eröffnet wurde, arbeitet auch heute noch fast das komplette Ursprungsteam und organisiert sich entsprechend selbst. Jetzt werden neue Helfer gesucht.

Zwölf Helferinnen und Helfer wechseln sich bei der wöchentlichen Kleiderausgabe ab. Sie kümmern sich aber auch um die Spenden, sortieren die Kleidung und beraten bei der Auswahl. Lutz Till ist praktisch der Manager im Hintergrund: Er dokumentiert die Spenden, schreibt die Arbeitspläne und kümmert sich um alles, was den Betrieb am Laufen hält. „Was er da macht mit seinem Team, kann man gar nicht hoch genug bewerten“, lobt David Kiefer, der Ehrenamtskoordinator im Zweckverband der Diakonie, der sich um die gesamte ehrenamtliche Betreuung der Flüchtlinge kümmert.

Jetzt brauchen die ehrenamtlichen Helfer selbst Unterstützung: Der Bedarf an gebrauchter Kleidung wächst, weil sich die Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung durch eine Gesetzesänderung auf bis zu 18 Monate verlängert. „Mit einem Ausgabetag in der Woche kommen wir da nicht mehr hin“, sagt Lutz Till. Weitere Helfer könnten dazu beitragen, dass die Arbeit gut verteilt und niemand dadurch überlastet wird. Immer mal gibt es auch einzelne Flüchtlinge, die das Team bei der Arbeit unterstützen. „Das hilft uns natürlich, schon wegen der Sprache“, sagt Till.

Gebraucht wird auch Winterbekleidung für Kinder, Frauen und Männer. „Wir sind immer ein bisschen antizyklisch. Die Leute rangieren ihre Jacken meist nach dem Winter aus. Wir brauchen sie aber zu Beginn der kalten Jahreszeit.“ Schwierig sei es auch, Herrenbekleidung zu bekommen. „Männer tragen ihre Sachen meistens sehr lange und trennen sich erst, wenn sie wirklich zerschlissen sind“, schmunzelt Till. Modebewusste Männer, besonders Jüngere mit kleineren Größen, sind die Hoffnung der Kleiderkammer. „Die wechseln schon mal eher die Klamotten und könnten uns gut ihre abgelegten Sachen zur Verfügung stellen.“

Kontakt: Für alle Fragen um Mitarbeit oder Spenden steht Lutz Till zur Verfügung unter Telefon 0152/57 26 81 78.

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