Baustart im April

In Rotenburg werden 3,1 Millionen Euro in ein Familienzentrum investiert

Projekt Familienzentrum: Die Zeichnung des Architekturbüros Rabe zeigt die Ansicht von hinten. Man sieht links und groß mittig am Gebäude Fluchttreppen. Rechts der Anbau mit dem Multifunktionsraum. Unter dem Anbau können die Kinder auch bei schlechtem Wetter auf 200 Quadratmetern spielen. Zeichnung: Rabe Architekten 

Rotenburg. Die gute Nachricht vorweg: Die Baugenehmigung für das neue Rotenburger Familienzentrum liegt vor, im April sollen die Arbeiten beginnen.

Der Einzug ist für September 2019 geplant. 3,1 Millionen Euro sind für An- und Umbau des ehemaligen Finanzamtes an der Weidenberggasse vorgesehen. Aus fünf Förderprogrammen fließen 2,1 Millionen Euro, den Rest übernimmt die Stadt.

Das berichtete Thorsten de Weerd den Mitgliedern des Sozialausschusses bei einem Rundgang durch das Gebäude. De Weerd ist innerhalb der Stadtverwaltung zuständig für das Projekt Familienzentrum. Ergänzt wurden die Informationen von Architekt Thomas Rabe und Petra Rang, die Koordinatorin der Rotenburger Kindertagesstätten, die auch das inhaltliche Konzept für das Familienzentrum wesentlich erarbeitet hat.

Brandschutz

Die Vorarbeiten für das Projekt waren offenbar umfangreich: „Denkmalpflege und Brandschutz sind wie Feuer und Wasser“, berichtete Architekt Thomas Rabe. Intensiv wurde an einem Kompromiss gearbeitet, der den Charakter des etwa 100 Jahre alten Gebäudes weitgehend erhält, aber dennoch in jedem Stockwerk drei Fluchtwege ermöglicht und neuesten Anforderungen entspricht.sisDvh

Denkmalpflege

Das ehemalige Finanzamt hat laut Architekt eine sehr gute Bausubstanz. Erhalten und aufgearbeitet bleiben zum Beispiel der Steinfußboden im Erdgeschoss sowie die Parkettböden im Obergeschoss. Historische Türen und Fenster werden aufgearbeitet, die Treppenstufen entsprechen bereits den Vorgaben für eine Kita. Auch die hölzernen Sockel der Wände im Obergeschoss (Lambris) bleiben.

Kellergeschoss

Die Kinder können vom Keller aus das etwa 1000 Quadratmeter große Spielgelände erreichen. Im Keller gibt es Toiletten und eine Garderobe für Wetterjacken und Gummistiefel, damit der Scsishmutz unten bleibt. Ein großer Werkstatt-raum mit gewölbeartigen Stützen ermöglicht Bastelarbeiten und soll nicht nur von Kita-Gruppen genutzt werden können. Auch gemeinsame Bauprojekte von Kindern und Erwachsenen sollen möglich sein.

So soll’s werden: Der Rotenburger Sozialausschuss ließ sich im ehemaligen Finanzamt die Pläne erläutern. Von links Architekt Thomas Rabe, Koordinator Thorsten de Weerd, Sebastian Münscher, Ute Gering, Gerlinde Casper, Heinrich Gering, Barbara Brinkmann, Koordinatorin Petra Rang, Ausschussvorsitzende Christiane Ringer, Claudia Reiners und Eva Pippert. Foto: Schäfer-Marg

Erdgeschoss

Hier wird die zentrale Garderobe eingerichtet sowie eine Frühstücksecke. Es gibt zwei Funktionsräume, ein Leitungsbüro sowie Sanitäranlagen. Von hier aus kann man auch den neuen Multifunktionsraum im Anbau erreichen.

Anbau

Der neue 200 Quadratmeter große Anbau wird auf Säulen stehen und einen großen Multifunktionsraum beherbergen, in dem die Kinder zum Beispiel turnen und toben können. Der Raum kann aber auch für Kita-Veranstaltungen genutzt werden.

Obergeschoss

Hier wird es eine Bibliothek, einen Schlafraum, einen Musikraum und einen Gesprächsraum geben.

Dachgeschoss

Das auch über einen Aufzug zu erreichende Dachgeschoss ist das Herzstück des Familienzentrums. Hier wird ein großer Multifunktionsraum eingerichtet mit mobilen Trennwänden, die auch akustisch wirksam sind. Man soll also durchaus in einem Raum Musik machen können, ohne die Gruppe in der anderen Hälfte zu stören. Eingerichtet werden vier Büros für Beratungsgespräche, in denen man sich mit externen Helfern verabreden kann, etwa Hebammen, Erziehungsberater, den Behindertenbeauftragten oder andere Kooperationspartner.

Das Familienzentrum wird mit seinen Aufgaben wachsen und sich verändern, sind sich die Planer einig. Ausschussvorsitzende Christiane Ringer ist überzeugt, dass hier sinnvolle Bausteine für Begegnung und Spiel zusammengefügt werden. „Es wird die Lebensqualität unserer Stadt erhöhen.“

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