Strafvollstreckungskammer prüft beide Fälle nach 15 Jahren

Haftende für Gäfgen und Meiwes möglich

Armin Meiwes

Kassel/Rotenburg. Der Mörder des Frankfurter Bankierssohns Jakob wird nach Einschätzung des Rechtsexperten Udo Vetter voraussichtlich noch nicht so schnell auf freien Fuß kommen. „Es ist sicher kein Selbstläufer, dass er nach 15 Jahren rauskommt“, sagte der Strafverteidiger der Deutschen Presse-Agentur.

Bei dem vor 14 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilten Mann hatte das Landgericht Frankfurt die besondere Schwere der Schuld festgestellt. „Damit fällt eine Entlassung auf Bewährung nach 15 Jahren normalerweise weg“, sagte Vetter. Der Täter hat seinen Geburtsnamen Magnus Gäfgen inzwischen geändert. Er verbüßt seine Strafe Kassel. Beim Landgericht Kassel hat er einen Antrag auf Aussetzung der Strafe zur Bewährung gestellt. Die Strafvollstreckungskammer kläre jetzt die Mindestverbüßungsdauer für den inzwischen 42-Jährigen, hatte ein Gerichtssprecher berichtet.

Auch Armin Meiwes (55), der als Kannibale von Rotenburg weltweit für Entsetzen sorgte, könnte im Dezember nach 15 Jahren das Gefängnis verlassen. Meiwes, der einen Menschen getötet und Teile von ihm gegessen hat, verbüßt in Kassel eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Eine besondere Schwere der Schuld, die einer Entlassung nach 15 Jahren entgegenstehen würde, wurde vom Gericht nicht festgestellt.(dpa/use)

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