Rotenburgs Bürgermeister löst Paul Mähler ab

Ehrenamt macht Spaß: Christian Grunwald ist Vorsitzender des Sportkreises

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Bürgermeister mit Liebe zum Sport: Christian Grunwald gehört zu denen, die Ballsport in jeglicher Form mögen. Der kleine Softball hilft, mal schnell abzuschalten. 

Hersfeld-Rotenburg. Vor wenigen Tagen ist Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald als Nachfolger von Paul Mähler zum Vorsitzenden des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg gewählt worden.

Wir sprachen mit ihm über Aufgaben, Herausforderungen und die Rolle des Ehrenamts.

Herr Grunwald, Sportkreis bedeutete für mich immer: Ein Verein hat Jubiläum, und Paul Mähler bringt einen Scheck. Ich fürchte, das ist eine unzureichende Verkürzung der Aufgaben, oder?

Christian Grunwald: Vereinsjubiläen zu würdigen, gehört natürlich auch zu den Aufgaben des Vorstands. Aber wir haben weit mehr zu tun: Wir sind Begleiter und Dienstleister der knapp 300 Mitgliedsvereine im Landkreis.

Inwiefern Dienstleister?

Grunwald: Wir helfen zum Beispiel, die Sportinfrastruktur im Kreis zu verbessern. Das heißt, wenn ein Verein eine neue Schießbahn bauen oder seinen Sportplatz renovieren will, sind wir im Boot. Als Vertreter des Landessportbundes müssen wir Stellungnahmen zu den Projekten abgeben, damit Fördermittel fließen können. Wir haben große Erfahrung bei der Planung von Sportanlagen. Die ist jetzt übrigens beim geplanten Bau des Sportparks an der Oberau in Bad Hersfeld gefragt. Da ist noch ganz viel zu tun vor dem Hessentag im nächsten Jahr. Beim Hessentag engagieren wir uns natürlich auch – wie in jedem Jahr.

Was haben die Sportvereine noch vom Sportkreis?

Grunwald: Wir bieten Aus- und Fortbildungen für Übungsleiter an – und zwar auf ganz hohem Niveau in Hessen. Qualifizierte Übungsleiter sind das A und O in einem lebendigen und vielseitig aufgestellten Sportverein. Mit Frank Rechberg und Werner Schnitzer haben wir dafür richtig gute Ansprechpartner und engagierte Mitarbeiter im Vorstand. Wichtig ist auch die Qualifizierung von Leuten, die sich im Bereich Schule und Verein engagieren. Das gehört schon zur Sportpolitik: Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit in der Schule, sie brauchen gute Angebote im Sport, dadurch kann auch ihr Interesse für die sportreibenden Vereine geweckt werden.

Wenn man sich den neuen Vorstand und die Sprecher der einzelnen Verbände im Sportkreis ansieht, kommt man auf eine erkleckliche Anzahl von Köpfen. Ist so ein großes Gremium überhaupt noch beweglich?

Grunwald:Absolut. Wir verteilen auch ganz bewusst die Arbeit auf viele Köpfe, damit es dem einzelnen nicht zuviel wird. Die meisten von uns sind ja berufstätig.

Und haben offenbar sonst nichts zu tun, als sich noch ein Ehrenamt aufzuhalsen?

Grunwald: Den Spruch kann ich nicht mehr hören. Er ist kränkend für alle, die sich ehrenamtlich engagieren. Sich für das Gemeinwesen einzusetzen, geht nämlich irgendwie immer, wenn man es wirklich will. Ich möchte da gern Vorreiter sein: Wenn selbst der Bürgermeister einer Stadt und Familienmensch noch etwas ehrenamtlich macht, müssten es doch auch andere können. Und sie sollten sich nicht rechtfertigen müssen. Der Trend, keine Ehrenämter mehr ausüben zu wollen, ist gefährlich für das ganze Gemeinwesen. Man darf auch nicht den Eindruck vermitteln, dass ein Ehrenamt nur Stress und eine ungeheure Belastung ist. Es macht nämlich auch Spaß und ist erfüllend.

Wann haben Sie begonnen, ehrenamtlich zu arbeiten?

Grunwald: Mit 16. Da habe ich eine Jugendvolleyballmannschaft als Trainer übernommen. Und ich bin auch heute noch gemeinsam mit anderen Trainer und Betreuer einer Jugendfußballmannschaft. Unsere Aufgabe ist es auch, den Spaß am Ehrenamt in die nächste Generation zu tragen. Ich kann nur empfehlen, dass auch Jugendliche schon anfangen, sich zum Beispiel um Bambini-Mannschaften zu kümmern. Dabei haben sie Spaß und lernen, Verantwortung zu übernehmen. www.sportkreis-hersfeld-rotenburg.de

Zur Person:

Christian Grunwald wurde am 27. Juni 1977 in Bad Hersfeld geboren und wuchs in Rotenburg auf. Er machte an der Jakob-Grimm-Schule Abitur und studierte an der Verwaltungsfachhochschule, wo er als Diplom-Verwaltungswirt abschloss. Er arbeitete im Kasseler Sozialamt und bei der Kreisverwaltung im Kreis Hersfeld-Rotenburg, bevor er 2011 zum Rotenburger Bürgermeister gewählt wurde. Seit 17 Jahren ist er mit seiner Frau Jenny verheiratet. Das Paar hat drei Kinder, die Familie lebt in Lispenhausen. Christian Grunwald treibt von Kindheit an Sport und spielt aktuell Hockey im Team der SGKR. Außerdem ist er Betreuer bei der JSG Rotenburg-Lispenhausen. (sis)

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