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Preissteigerungen und Lieferengpässe treffen Bäcker im Kreis

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Dass nicht nur Mehl, Butter und Milch teurer werden, und mitunter auch Obst, Gemüse und Schokolade nicht lieferbar sind, spüren die Bäcker ebenso wie die Kunden.

Bäckerei Nolte in Bad Hersfeld, von links Britta Möller, Olaf Nolte, Simone Kristen
Auch Bäckermeister Olaf Nolte bekommt Preissteigerungen und Lieferengpässe bei vielen Produkten zu spüren, die für die Herstellung benötigt werden. Unser Bild zeigt ihn mit Britta Möller (links) und Simone Kristen in der Bad Hersfelder Filiale an der Breitenstraße. © Nadine Meier-Maaz

Hersfeld-Rotenburg - Zwar könne das gewohnte Sortiment aktuell noch angeboten werden, berichtet Bäckermeister Olaf Nolte, eine Situation wie die jetzige habe er in 26 Berufsjahren aber noch nicht erlebt. Lieferengpässe etwa nach Schlechtwetterperioden habe es immer mal gegeben, diese hätten dann jedoch nur einzelne Produkte betroffen. Jetzt sei fast das gesamte Sortiment an Rohstoffen betroffen, sagt der Obermeister der Bäckerinnung im Schwalm-Eder-Kreis, der fünf Filialen in Hersfeld-Rotenburg betreibt. Getreide bezieht Nolte zwar ausschließlich aus Hessen, zur Neige gehe aber gerade unter anderem der Vorrat an Speiseöl. Den Preis für ein Weizenmehlbrötchen hat Nolte von 35 auf 38 Cent erhöht. „Wir wollen niemanden abzocken, müssen aber auch an die Mitarbeiter denken.“

Ähnlich äußert sich der stellvertretende Obermeister der Bäckerinnung Hersfeld-Rotenburg, Jörg Brack, der die aktuellen Preissteigerungen für viele Rohstoffe „dramatisch“ nennt. Er fürchtet unterdessen, dass viele Kunden zum Discounter abwandern, wenn die Bäckereien ihre Mehrkosten eins zu eins umlegen. In seinen acht Filialen und zwei Verkaufswagen im Kreis kostet das klassische Brötchen seit Kurzem drei Cent mehr, was an der Brötchentheke durchaus auffalle.

Von deutlichen Preissteigerungen und Lieferengpässen, die sich durch die komplette Produktpalette ziehen, spricht auch Guter-Gerlach-Geschäftsführerin Nicole Gerlach. Wenn einzelne Produkte nicht verfügbar seien, versuche man, das Sortiment kurzfristig umzustellen und Alternativen zu finden, erklärt sie. Statt Plunderteilchen mit Butter gebe es dann beispielsweise einen Hefeteig. Ebenso spürbar seien bei den vielen Öfen und Maschinen aber auch die steigenden Energiepreise. Normale Schnittbrötchen sind in den gut zwölf Gerlach-Filialen im Kreis zwei Cent teurer geworden, die meisten Kunden seien jedoch verständnisvoll.

Noch nicht angepasst wurden die Preise bei Papperts, ausgeschlossen sind Erhöhungen aber nicht. „Wir beobachten den Markt. Schon Anfang des Jahres sind diverse Kosten gestiegen und aktuell steigen die Einkaufspreise weiter“, so Sprecher Thomas Bertz. Auch wenn man regional einkaufe, habe der Weltmarkt Einfluss. Einen Euro fürs Brötchen, wie medial genannt, sehe man aber nicht.

Von Nadine Meier-Maaz

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