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Annotopia verwandelt Rotenburger Schlosspark in Fantasy-Spielwiese

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Sorgt für mächtig Dampf: Die Abacus Theatergruppe sorgt mit ihren eindrucksvollen Maschinen für einen echten Hingucker.

Rotenburg. Zum Fantasy-Festival Annotopia im Rotenburger Schlosspark sind am Samstag Ritter, Elfen, Piraten und Weltraumabenteurer gekommen - nach ersten Schätzungen 6000 Besucher.

"Fragt ein Ork einen Elben, zwei Piraten und einen Raumschiff-Piloten des Imperiums nach dem Weg..." Was wie der Anfang eines Witzes klingt, könnte in Rotenburg an diesem Wochenende glatt passiert sein. Das Fantasy-Festival Annotopia verwandelte den Schlosspark der Fuldastadt in eine fantastische Spielwiese. Und, auch weil das Wetter mitspielte, in einen Besuchermagneten. Nach ersten Schätzungen von Torben Schäfer von der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER) waren es mindestens 6000 Besucher und damit gleich beim ersten Mal mehr als erwartet.

Fantasy-Festival im Schlosspark: Annotopia macht Rotenburg bunt

„Wir wären schon mit 3000 Besuchern am gesamten Wochenende zufrieden gewesen“, sagt Torben Schäfer, Geschäftsführer der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER). „Die Erwartungen wurden aber schon am Samstag übertroffen.“ Das Fantasy-Festival von Veranstalter Noa Entertainment aus Nordrhein-Westfalen ist bis 2020 fest im Kalender der Fuldastadt eingeplant und soll immer im September stattfinden. 

Annotopia will sich nicht auf eine bestimmte Epoche oder Stilrichtung festlegen und ist laut Veranstalter das erste Festival dieser Art in Deutschland. Umso erfreulicher sei es, dass der erste Testlauf bereits so erfolgreich verlief, so Torben Schäfer.Das Festival beschränkt sich nicht: Statt sich nur auf das Mittelalter zu konzentrieren oder ausschließlich Fantasy- oder Science-Fiction-Fans anzusprechen, sind in Rotenburg Fabelwesen aller Art und Ära willkommen. Piraten aus dem frühen 18. Jahrhundert stolzieren an Sturmtruppen aus dem Star-Wars-Universum und Figuren vorbei, die direkt aus einem Computerbildschirm gesprungen zu sein scheinen. 

Entsprechend bunt und beeindruckend ist das Gesamtbild. Unter den Besuchern sind viele Familien, die meisten Gäste haben Fotoapparate dabei - oder nutzen ausgiebig die Handykamera.

Auch viele Besucher sind verkleidet 

Festivals wie Annotopia leben davon, dass nicht nur die Veranstalter und Künstler verkleidet sind, sondern auch die Besucher: Kein Problem für Dean, Dafina und Jo Giezek aus Rotenburg. Sie haben sich dem Trubel in ihrem Schlosspark angepasst.

Passen perfekt ins Bild: Dean (von links), Jo und Dafina Giezek aus Rotenburg. 

 

Der siebenjährige Dean trägt ein Kostüm, das von Endzeit-Filmen wie Mad Max inspiriert ist. Die elfjährige Dafina und Jo Giezek haben sich ihre Idee beim Steampunk geholt: einem Kunstgenre, das moderne Technik mit Elementen des viktorianischen Zeitalters verknüpft - und in dem der Dampfkraft (englisch: steam) eine große Rolle zukommt. 

Katharina Kaufmann und Annekathrin Schwarz sind mit ihren handgemachten Kostümen aus Braunschweig angereist. Wie oft sie Festivals dieser Art besuchen? "Viel zu selten", sagt Annekathrin Schwarz, die noch 15 weitere Kostüme daheim im Schrank hat und die Designerin des Duos ist.

Noch 15 weitere Kostüme im Schrank: Katharina Kaufmann (links) und Annekathrin Schwarz.

Zwei Monate hat sie allein für die ausgefallenen Kopfbedeckungen gebraucht, weitere drei Monate, bist der Rest der Verkleidung stimmig war. Rund 300 Euro stecken in jedem Kostüm -  die meisten Materialien bestellt sie im Internet.

Gaukler, Stelzenläufer, Feuershow

Das Gucken, das Staunen macht einen Großteil des Reizes von Annotopia aus - aber auch wer ausgefallen Einkaufen gehen will kommt auf seine Kosten. Kunsthandwerker bieten ihre Waren an, Fantasy-Zubehör aller Art liegt an den Ständen aus, die Drachenfigur für den Wohnzimmertisch ist nur der Anfang. Für Unterhaltung sorgen Gaukler, viele Vorführungen, eine Feuershow und das Holzriesenrad. Auf der Schlosspark-Bühne wird Livemusik gespielt.

Ist für jede handfeste Auseinandersetzung zu haben: Thomas Fischer aus Niederellenbach als Soldat des Untoten Fleisches. 

Thomas Fischer ist aus Niederellenbach angereist - mit dem Cantus. "Das war schon eine unterhaltsame Fahrt", sagt der Vollgerüstete, der als  "Soldat des Untoten Fleisches" alle Blicke auf sich zieht. Eine Freundin sei ganz aufgeregt von ihrer Großmutter aus Niederellenbach angerufen worden, erzählt er mit einem Lachen: "Hier läuft ein Ritter durchs Dorf", sagte die Frau ins Telefon. In Rotenburg ist das an diesem Wochenende ganz normal.

Die vielen verschiedenen Zeitreisenden und Fantasiegestalten bevölkern zwei ganze Tage lang den Rotenburger Schlosspark. Am Samstagabend dann sorgt vor allem das Licht für ein besonderes Ambiente: Das Piratenlager wird zu einer von Fackelschein umsäumten Festung, und in der Dunkelheit taucht ein ganzes Orchester aus Laserstrahlen zu sphärischer Musik das Laub der Bäume in wechselnde Farben. Dicht drängt sich das Publikum in der Mitte des Schlossparks und feiert mit Orks, Elben und Piraten ein aus der Zeit gefallenes Fest.

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