KKH fragt nach dem Plan

Am Kreiskrankenhaus Rotenburg vermisst man ein medizinisches Konzept für den Landkreis

Bis April fertig: Der B-Flügel (weißer Trakt links in der Bildmitte) wird zurzeit saniert. Dann fehlt nur noch der A-Flügel (rechts) und das Haus ist komplett runderneuert. Archivfoto:  Schankweiler-Ziermann

Rotenburg. Am Kreiskrankenhaus (KKH) in Rotenburg hat man erneut das Interesse des Hauses an einer Kooperation mit dem Klinikum Hersfeld-Rotenburg bekundet, zu dem auch das Herz- und Kreislaufzentrum gehört. Es sei ein medizinisches Konzept für den ganzen Kreis notwendig, erklärte der Ärztliche Direktor, Chefarzt Dr. Martin Oechsner.

Zwei Träger in einem Kreis – ein öffentlicher und ein diakonischer – seien kein Hindernis für eine gedeihliche Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten, erklärten Oechsner und der KKH-Geschäftsführer Andreas Maus.

Das Haus sieht sich zunehmend unter Druck, nachdem am HKZ eine Pneumologie (Lungenheilkunde) eingerichtet worden ist und auch die Orthopädie von Bad Hersfeld ans HKZ ziehen soll, obwohl es am KKH bereits eine gut etablierte Pneumologie gibt, ebenso eine renommierte Orthopädie arbeitet.

Obwohl es einen bestehenden Kooperationsvertrag zwischen dem KKH und dem Klinikum gibt, laut dem vor Veränderungen Gespräche stattfinden sollen, habe man über die Pläne erst aus der Zeitung erfahren, heißt es vonseiten des Diakonievereins Berlin-Zehlendorf, dem Träger des KKH.

In einem Brief an den hessischen Sozialminister Stefan Grüttner schreibt der Geschäftsführer des Diakonievereins, Jan Dreher, dass man eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Klinikum anstrebe. Die Entscheidung, auch am HKZ eine Pneumologie zu installieren und künftig die Orthopädie aus Bad Hersfeld dort anzusiedeln, könne man nicht nachvollziehen. So ist die orthopädische Reha im HKZ erst vor wenigen Jahren eingestellt worden und die Orthopädie in Hessisch Lichtenau nicht weit.

Steigende Patientenzahl

Unterdessen blickt das KKH auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Nach Angaben der Verantwortlichen steigen die Patientenzahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr weiter an. Trotz der Bauarbeiten verzeichne man mehr und auch mehr schwere Fälle. Die zurzeit maximal 130 Betten seien fast ständig alle belegt. Auch die Stellen in der Pflege sowie im ärztlichen Bereich seien alle besetzt.

Bauarbeiten

Zurzeit wird für 6,25 Millionen Euro am KKH gebaut, 4,5 Millionen öffentliche Förderung erhält das Haus. Der sogenannte B-Flügel ist komplett vom übrigen Krankenhausbetrieb abgekoppelt und entkernt worden. Dadurch konnte die Beeinträchtigung durch Lärm und Staub auf ein Minimum beschränkt werden. Es habe so gut wie keine Beschwerden von Patienten gegeben, erklärte Andreas Maus. Das Verständnis sei außerordentlich groß.

Die Bauarbeiten laufen nach Plan. Vor Weihnachten sollen die neuen Zwei-Bett-Zimmer samt Bädern in der obersten Etage fertig sein, jeweils vier bis sechs Wochen benötige man pro Etage. Man arbeitet sich von oben nach unten weiter. Bis Anfang April soll der B-Flügel komplett fertig saniert sein.

Im Frühjahr dann plant man eine Überdachung des Parkhauses mit Bau einer Fotovoltaikanlage durch Kirchner Solar aus Alheim. Mit dieser Anlage will das KKH 98 Prozent seines Strombedarfs selbst erzeugen.

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