Unspektakulär, aber gut

Abiturienten der Jakob-Grimm-Schule verabschieden sich mit Abistreich

Am Grill: Lehrer bereiteten Bratwurst für die Schüler. Von links: Schüler Sebastian Gaab, Lehrer Dr. Thomas Diehl, Schüler Stefan Fischer, Lehrer Marc Heinzerling und Schüler Jan-Luca Schwachheim. Foto: Meyer

Rotenburg. Es war ein friedliches und unterhaltsames Fest am Vormittag, und Schüler und Lehrer präsentierten sich als einträchtige Schulgemeinde. Die Abiturienten der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule haben sich mit einem gelungenen, aber unspektakulären Abistreich von ihrer Schule verabschiedet.

Vorbei sind die Zeiten, als die Tutoren der Schüler dazu genötigt wurden, verquirltes rohes Ei zu schlürfen oder sich gegenseitig mit Fischen zu schlagen. Der Abistreich fällt inzwischen weit weniger konfrontativ aus als früher und nimmt auch weit weniger Raum ein. Bühnenshows mit Scheinwerferlicht und Videoleinwand finden zur Zeit nicht mehr statt. Der Abistreich fiel auch am Montag nur in die Zeit von der dritten bis zur fünften Stunde. Vorher und nachher wurde unterrichtet.

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Der Wendepunkt sei vor einigen Jahren eine Abi-Party auf dem Schulparkplatz gewesen, die aus dem Ruder gelaufen war, berichtet Schulleiterin Sabine Amlung. Seither sucht sie den engen Austausch mit den Vertretern des jeweiligen Abiturjahrgangs, lässt sich deren Pläne zur Genehmigung vorlegen und macht präzise Vorgaben, wann was stattfinden darf. Mit Hinblick auf den Abistreich sagt sie: „Wir wollen den Schülern klarmachen, dass der für alle in guter Erinnerung bleiben muss.“

Die Schüler akzeptieren das. „Wir wollen die Lehrer nicht durch den Dreck ziehen“, sagt Franziska Heiße, die im Jahrgang für die Planung des Abistreichs hauptverantwortlich war. Der sah dann so aus, dass die Abiturienten gegen 9 Uhr durch die Klassen liefen und die Schüler auf den Hof lockten. Hier ließen sie Lehrer und Schüler in Geschicklichkeitsspielen gegeneinander antreten. Da galt es, Plastikbecher voller Wasser ohne Einsatz der Hände über den Hof zu transportieren oder mit Tischtennisbällen auf Plastikbecher zu zielen.

Bereits am Vorabend waren die Abiturienten in die Schule eingedrungen, hatten 2000 Luftballons aufgepustet und verteilt und alle Fenster mit Zeitung abgeklebt. Der Hausmeister hatte ihnen mit Erlaubnis der Schulleiterin aufgeschlossen. Vorher hatte die Schulleiterin mit den Schülern besprochen, dass diese nichts zerstören dürfen. Aber: „Sie sollen uns auch überraschen.“

Quelle: HNA

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