Hindernislauf ohne größere Probleme

Red Castle Run in Rotenburg: 1300 im Kampf mit sich selbst

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Schnell hangeln, sonst drohte der Sturz ins Wasser.

Fast 1300 Menschen haben am neuen Red Castle Run in Rotenburg teilgenommen. Veranstalter und auch die Polizei waren zufrieden. Ein paar Verletzte gab es auch.

Hunderte ehrenamtliche Helfer unterstützten die Profis der Neuensteiner Agentur Speed, die die Veranstaltung für die Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER) organisiert hatte. Auch die Polizei war zufrieden: Es habe keine Probleme gegeben, obwohl es nur wenige Straßensperrungen gab. Lediglich das ungeordnete Parken einiger Besucher hatte für Unmut gesorgt, auch weil sogar Wegweiser für die Teilnehmer zugeparkt worden waren, wie Klaus Hartwig von der Agentur Speed bestätigte. Hartwig, der den Lauf vor Ort maßgeblich organisiert hatte, berichtete gestern von viel positiver Rückmeldung seitens der Teilnehmer. Kritik an zu geringer Streckenbeschilderung und einer für die Hitze zu geringen Anzahl von Versorgungsstationen nehmen Veranstalter und Organisatoren an. Eine genaue Analyse der Veranstaltung soll noch folgen, kündigte MER-Geschäftsführer Torben Schäfer an.

Schäfer und Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald sind sich einig, dass der Red Castle Run „nach Wiederholung schreit“. Das schon, damit die von vielen heimischen Firmen mit viel Liebe zum Detail gestalteten Hindernisse ein weiteres Mal genutzt werden können.

Die vier Kilometer lange Kinder- und Familienrunde am Vormittag wurde von über 300 Teilnehmern bewältigt, die acht Kilometer lange Strecke war von den meisten Hobbyläufern ohne Erfahrung im Hindernislauf gewählt worden. Die Ritterrunde über 16 Kilometer galt als Königsdisziplin und führte viele Sportler an ihre Grenzen. Es ging allerdings nicht um Rekorde, sondern um Teamgeist und Dabeisein. 

Das Beste kommt zum Schluss nannte sich die Mädchengruppe und genoss am Ende auch die Reinigungsdursche, die THW und Feuerwehr aufgebaut hatten

Prellungen, Schürfwunden und Stiche

Der DRK-Kreisverband sicherte den Streckenverlauf mit 38 Einsatzkräften ab. Unterstützt wurde das Team von der Johanniter Unfallhilfe aus Bad Hersfeld. 49 ambulante Versorgungen, drei Transporte ins Krankenhaus und zwei Notarzteinsätze wurden geleistet, berichtete Einsatzleiter Sven Kastenhuber. Knochen- und Gelenkverletzungen, Prellungen, Platzwunden, Schürfwunden, Schnittverletzungen, Insektenstiche und Kreislaufprobleme wurden behandelt.

Schlamm, Schweiß und Baden in der Fulda

So viele sport- und wasserbegeisterte, Hindernisse aller Art nicht scheuende und gerne in Gemeinschaft bezwingende Menschen von sieben bis siebzig dürfte Rotenburg noch nie gesehen haben. Der Weg war das Ziel - und nicht die Zeit, und deshalb erhielt jeder – wirklich jeder, der durchs Ziel lief – eine Medaille. MER-Geschäftsführer Torben Schäfer war schon früh um sechs zugange, konnte dann aber gemütlich seine Drohne über das Gelände fliegen lassen, denn alles lief wie am Schnürchen. Stadionsprecher Stefan Bechstein und Fitnesspäpstin Lisa machten die Starter mit letzten gymnastischen Übungen fit - und dann lief in neun Gruppen der Countdown: „Viel Spaß, passt gut auf Euch auf!“ Eine hatte wohl nicht zugehört und musste als Nichtschwimmerin von den DLRG-Helfern aus dem Wasser gezogen werden.

Bei der Vormittagsrunde passten die beiden Ritter Thomas Fischer und Georg Hausberger auf, dass keiner verloren geht. Was irgendwie anstrengend war, denn Georg meinte am Fuldawehr: „Ich fühle mich total bematscht und knirschen tut’s auch überall!“ Bei den längeren und schwierigeren Nachmittagsrunden waren auffallend viele Gruppen unterwegs. Angefangen bei sieben Ex-Darmstädter Studienfreunden, die sich mit „Geil für immer“ titulierten, bis hin zu den LCM Running Girls aus Rotenburg und den Vulkan Matsch Mädels aus Lauterbach. Marcel Kranz aus Mecklar, der noch nie bei einem derartigen Hindernislauf mitgemacht und trotzdem bis zum Schluss durchgehalten hat, meinte: „Bergauf war’s am schwierigsten!“ Stefanie Meyer-Felmeden aus Gerstungen resümierte in Anwesenheit ihrer Familie: „Es war anstrengend, aber schön. Ich würde es jederzeit wieder machen!“ 

Jana Hahn und Robin Walther aus Rotenburg fanden es bei „Himmel und Hölle“ am schönsten. Mitten im Wald musste man unter Holzstämmen und Maschendraht auf dem Bauch kriechen und eine Schlammstrecke durchqueren. Dazu gab’s engelsgleichen klassischen Chorgesang von Eva Gerlachs Projektchor.

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Quelle: HNA

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