Jungtiere tauchten auch nahe Gleisen und Autobahn auf

Aufregung um ausgebüxte Wasserbüffel bei Hönebach: Polizei sucht stundenlang

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Peter Schmidt/nh

Fünf junge Wasserbüffel haben die Polizei am Donnerstag stundenlang beschäftigt. Die Tiere waren von ihrer Weide bei Hönebach ausgerissen und in einem nahen Waldstück verschwunden. 

Aktualisiert um 18.45 Uhr - Auch ein Hubschrauber brachte bei der Suche zunächst keinen Erfolg. Die Wasserbüffel waren bereits am Mittwochabend von ihrer etwa 1,5 Hektar große Weide ausgebüxt. Nachdem Besitzer Peter Schmidt aus Großensee (Wartburgkreis) in der Nacht die Rotenburger Polizei verständigt hatte, übernahm um 4.53 Uhr die Bundespolizei. 

Der Grund: Die Tiere waren in der Nähe des Hönebachtunnels auch an Bahngleisen aufgetaucht. In diesem Abschnitt der Strecke Bebra-Gerstungen wurde daraufhin ein „Fahren nach Sicht“-Gebot ausgegeben, auch ein Notfallmanager der Bahn war vor Ort. 35 Züge hatten hierdurch zusammen etwa 247 Minuten Verspätung, so die Polizei. Zudem Bestand Gefahr, dass die Tiere auf die Autobahn laufen. 

Rufe einer Wasserbüffelkuh locken die Ausreißer auf den Viehanhänger

Erfolg stellte sich bei der Suche erst nach dem Hinweis eines Lkw-Fahrers aus Völkershausen ein: Er hatte die Tiere auf einer Anhöhe nahe der A 4 zwischen Ronshausen und Hönebach entdeckt. Dort gelang es dem Besitzer und seiner Familie, die Ausreißer auf einen Viehanhänger zu locken. Der Trick: Peter Schmidt hatte eine Wasserbüffelkuh dabei, deren Rufe die Jungtiere in den Hänger trotten ließen. Gegen 10.50 Uhr standen sie wieder im Stall. 

„Die Tiere haben keinen Kratzer“, so der Landwirt im Nebenberuf erleichtert – ein Wasserbüffel habe einen Wert von bis zu 1400 Euro. Für das Ausbrechen der Tiere hat der Besitzer eine Erklärung: Wildschweine müssen den Stacheldrahtzaun zerrissen haben. Laut Polizei war die Begrenzung an mehreren Stellen durchbrochen. Einige Holzpfähle seien morsch und die Batterie für den Strom des Zauns schwach gewesen.

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