Ärger mit Telefonanbieter 

Die Telekom bleibt hart: Keine Kulanzlösung für enttäuschte Kunden in Machtlos

+
Zu Beginn war die Stimmung noch gut: Rund 60 Zuhörer waren zur Informationsversammlung mit der Deutschen Telekom ins Machtloser Dorfgemeinschaftshaus gekommen. Unser Bild zeigt – vorne von links –Ronshausens Bürgermeister Markus Becker, Thomas Peter von der Telekom, Landrat Dr. Michael Koch und Ortsvorsteher Udo Berle vor Beginn der Podiumsdiskussion.

Machtlos – Beim Blick auf sein eigenes Handy hätte es Thomas Peter, Regio-Manager der Deutschen Telekom, eigentlich klar sein müssen: In Machtlos ist vieles anders. 

Es gibt leider keinen mobilen Empfang. Umso wichtiger sind seinen Kunden deshalb dort ein funktionierendes Festnetz und die Internetversorgung. Dass es mit der Umstellung von analoger und ISDN-Technik auf die digitale IP-Telefonie in Machtlos gerade dabei nun so schwierig wird, und für Telekom-Kunden teilweise katastrophale Situationen entstehen (unsere Zeitung berichtete), daran vermochte der Telekom-Manager mit den von ihm präsentierten Vorschlägen allerdings leider nichts zu ändern.

Kunden hofften auf "vernünftiges" Angebot

„Keiner ist hier willens, drei, vier Monate auf Internet zu verzichten – wir schreiben das Jahr 2019 – sollen wir in Machtlos jetzt wieder trommeln statt E-Mails zu schreiben, oder was?“, fragte ein erboster Ortsvorsteher Udo Berle. Er war wie viele der Betroffenen am späten Freitagnachmittag ins Machtloser Dorfgemeinschaftshaus gekommen, weil er auf „ein vernünftiges Angebot seitens der Telekom“ gehofft hatte. Doch das blieb in den Augen der Betroffenen aus.

„Das ist die technische Bankrotterklärung eines Konzerns, was Sie uns hier präsentieren“, sagte Telekom-Kunde Andreas Lang. „Hätte man mir so etwas 1999 gesagt, dann ja – aber seit vielen Jahren läuft die Umstellung und jetzt stellt man diese Probleme fest – das ist jetzt nicht mehr akzeptabel“, sagte Lang. „Sie nötigen mich also, wenn ich meinen Internetzugang behalten will, für 24 Monate einen Vertrag abzuschließen, der mich technisch schlechter stellt?“, fragte ein weiterer Betroffener.

Viel Verwirrung und Kritik gab es auch an den in den vergangenen Wochen zusammengekommenen Aussagen aus dem Hause Telekom. „Wem darf ich da noch trauen?“, fragte Dennis Schade. Je nachdem mit wem man spreche, erhalte man unterschiedlichste Auskünfte.

Lange Gesichter: Was die Machtloser am späten Freitagnachmittag in ihrem Dorfgemeinschaftshaus von Telekom-Vertreter Thomas Peter zu hören bekamen, sorgte eher für Verärgerung denn für Verständnis. Da gab es viele lange Gesichter.

Digitaltechnik hänge von technischen Gegebenheiten ab

Ob die neue Digitaltechnik in Machtlos funktioniert, hänge bei jedem einzelnen Anschluss von den technischen Gegebenheiten ab, sagte Thomas Peter. Der Diplomingenieur musste zugeben, dass es möglich sein könnte, dass in manchen Fällen nur Telefon und kein Internet mehr angeboten werden könne. Gewissheit gebe es erst, wenn ein Techniker den Fall geprüft habe. Der Telekom seien aus rechtlichen Gründen auch keine Verlängerungen der bisherigen Verträge bis zum Jahresende möglich. Dann könnten die Machtloser nämlich ins neue Netz der Breitband Nordhessen GmbH wechseln, die zurzeit dort Glasfaserkabel verlegt.

Landrat Dr. Michael Koch hatte nachgehakt: „Bis Ende 2019 könnten doch alle noch ihre alten Anschlüsse nutzen, oder?“ Doch auch auf die eindringliche Bitte nach einer Kulanzlösung blieb der Telekom-Mann hart: aus vertraglichen Gründen sei dies nicht möglich.

„Die Leute werden hier in Geiselhaft genommen – das Gefühl habe ich hier ein bisschen“, sagte der Landrat. Da war die ohnehin schon aufgeladene Stimmung allerdings schon endgültig gekippt. Von Abzocke bis Verarsche reichten die Zwischenrufe.

Telekom bietet "Magenta zu Hause XS"-Tarif an

Die Machtloser warten derweil weiter auf eine Lösung. Sandra Killmers Anschluss ist bereits abgestellt worden – wir berichteten – und auch andere Gekündigte bangen um ihre Telefonleitungen.

Ein Zugeständnis im Nachgang der Veranstaltung gab es dann doch noch: Die Telekom bietet auf Nachfrage des Kunden den Tarif „Magenta zu Hause XS“ an. Er hat eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf statt der bisher im Raum stehenden 24 Monate. Ob die Kunden in Machtlos dafür neben dem Telefon jedoch auch Internet erhalten, ist eine Frage, die nur der Techniker beantworten kann ... " KOMMENTAR

Kommentare