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Berliner Büro gewinnt Wettbewerb zur Fuldaufer-Gestaltung in Rotenburg

Die Fuldaufer als Spiel- und Aufenthaltsraum: Die Grafik zeigt einen Entwurf des Siegerbüros bbz Landschaftsarchitekt. Deutlich sichtbar: die neue Radwegetrasse.
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Die Fuldaufer als Spiel- und Aufenthaltsraum: Die Grafik zeigt einen Entwurf des Siegerbüros bbz Landschaftsarchitekt. Deutlich sichtbar: die neue Radwegetrasse.

Das Fuldaufer in Rotenburg soll attraktiver werden. Die Pläne sehen vor, den Radweg zu verlegen, und einen Spielplatz anzulegen in der Nähe der alten Brücke.

Rotenburg – Die Fachwerkzeile am Fuldaufer in Rotenburg ist so prägnant, dass sie als „Skyline“ Planern eine unverrückbare Vorgabe macht: Auf sie muss man freie Sicht haben. Damit und mit vielen anderen Gegebenheiten haben sich 18 Planungsbüros aus ganz Deutschland befasst und ihre Ideen in einem Wettbewerb zur Verfügung gestellt. Am Freitag wurde das Berliner Büro bbz Landschaftsarchitekten zum Sieger gekürt.

Die Neugestaltung des Fuldaufers zwischen alter und neuer Fuldabrücke war Aufgabe dieses Wettbewerbs, der im Zuge des Stadtumbaus ausgelobt worden war. Die Planer des Büros bbz haben in besonderer Weise das Wesentliche dieses Ortes erspürt und erkannt, lobt denn auch Martin Gasse, der – selbst Landschaftsplaner – den Wettbewerb für die Stadt organisiert hatte und die Preisverleihung moderierte.

Demnach werden in der Planung von bbz zumindest auf der Altstadtseite, also der Seite mit der besonderen Skyline, keine ganz schwerwiegenden Veränderungen vorgenommen. Wichtigstes Projekt: Der Rad-/Gehweg wird verlegt, und zwar näher an die Fulda. Außerdem soll in der Nähe der alten Brücke ein Spielplatz entstehen, bei dem das Wasser der Fulda genutzt wird. Die Bootsanlagestelle sollte in der Nähe des Wehrs bleiben, solange die geplante Bootsrutsche noch nicht gebaut wird.

Parkplätze sollen durch Grünflächen ersetzt werden

Das Büro bbz will – ebenso wie fast alle anderen Planungsbüros – die Parkplätze an der Fulda zwischen neuer Brücke und der Gaststätte Bacco durch Grünfläche ersetzen.

Auf Neustädter Seite sollen ebenfalls Parkplätze zugunsten von Freiflächen entfallen: So kann ein Platz vor dem Neustadt-Eckchen entstehen, der gleichzeitig einen Zugang zur Fulda ermöglicht. Die von den Planern ursprünglich dort angedachte Treppenanlage, eine Art Balkon, sollte, so wünscht sich das die Jury, ein Stück flussabwärts verschoben werden, damit Besucher nicht auf die Fallmauer der Fuldainsel blicken. Dieser Wunsch habe sich in der Jury-Sitzung herauskristallisiert, erklärte MER-Geschäftsführer Torben Schäfer.

Freie Sicht auf die Skyline

Bei der Planung waren einige Büros offenbar davon ausgegangen, dass die Fuldainsel flexibel gestaltet werden könne. Doch müsse, so erläuterte Martin Gasse, die Fallmauer aus technischen Gründen an der Insel bleiben. Sie können somit auch nicht, wie in der Planung des Siegerbüros vorgesehen (Siehe Grafik), über Trittsteine erreicht werden. Allerdings soll der Bewuchs verändert werden, damit eine freie Sicht vom Neustädter Ufer auf die Skyline möglich wird.

Timo Herrmann, Geschäftsführer und Inhaber des Planungsbüros bbz mit 20 Mitarbeitern, betonte, dass Menschen gerade in diesen Zeiten qualifizierte Freiräume benötigten, also Natur- und Kulturraum. Die Herausforderung für sein Büro in Rotenburg sei es gewesen, Hochwasser- Natur- und Denkmalschutz in eine gute Balance zu bekommen. Gewollt war auch ein Konzept, von dem alle Generationen profitieren.

Bürgermeister Christian Grunwald jedenfalls war angetan: Die Entwürfe des Büros stellten den verbindenden Charakter der Fulda zwischen den Stadtteilen heraus. Insgesamt gab es vier Preisträger. Deren Vertreter wurden statt mit Blumen mit Stiftsherrentrunk „beglückt“ und natürlich mit Preisgeld von insgesamt 34 000 Euro.

38 Planungsbüros wollten dabei sein

Insgesamt 38 Planungsbüros wollten am Wettbewerb zur Umgestaltung des Fuldaufers zwischen den beiden Brücken in Rotenburg teilnehmen. Letztlich musste das Los über die 18 vorgesehenen Plätze entscheiden, berichtete Martin Gasse, der Organisator des Wettbewerbs. Die Siegesprämie von 14 000 Euro erhielt das Berliner Büro bbz Landschaftsarchitekten. 10 000 Euro gingen an den Zweitplatzierten, das Büro Riehl Bauermann+ Partner aus Kassel. Dritter mit einer Prämie von 7500 Euro ist das Büro Hutterreimann aus Berlin. Einen sogenannten Ankauf, eine Art vierter Platz, ging mit 2500 Euro an das Büro bbzl, ebenfalls aus Berlin.

Die Siegerehrung: Unser Bild aus dem Bürgersaal zeigt von links MER-Geschäftsführer Torben Schäfer, Bürgermeister Christian Grunwald, Timo Herrmann vom Planungsbüro bbz sowie Jury-Vorsitzender Martin Gasse.

Als Planungsbasis war eine Summe von 1,75 Millionen Euro zugrunde gelegt worden, berichtete Bürgermeister Christian Grunwald. Was jedoch nicht gleichbedeutend mit der tatsächlichen Investitionssumme sei. Die Jury hat gut zehn Stunden lang getagt. Ihr gehörten neben Landschaftsplanern Vertreter der Fraktionen im Stadtparlament an sowie beratend auch Vertreter von den zuständigen Behörden wie Denkmalpflege, Wasserwirtschaftsamt und Naturschutz. Das deshalb, damit eine Umsetzung der Pläne auch realistische Chancen hat.

Die weiteren Schritte sehen vor, dass der Planungsauftrag vergeben wird, 2022 soll der Umbau beginnen, sagte Grunwald. Alle Wettbewerbsbeiträge sind ab Montag im Sitzungssaal des Rotenburger Rathauses ausgestellt. (Silke Schäfer-Marg)

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