Spaßfahrt aus den Niederlanden

Rammelbakken-Rallye stoppte mit Schrottkisten in Licherode

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Fahrendes Kunstwerk: Das Auto von Dirk Vrebos (rechts) hat eine befreundete Künstlerin bemalt. Vrebos ist mit Philippe Vandijck und einem Maskottchen unterwegs.

Licherode. Autos, die maximal 750 Euro wert sind, dürfen mitfahren bei der „Rammelbakken-Rallye“, die von den Niederlanden durch halb Europa führt. Es gab einen Halt bei Licherode.

Erik van Wijk und seiner Familie bot sich am Sonntag ein ungewohnter Anblick: Am Nachmittag rollten nach und nach Dutzende schrottreifer Autos aufs Gelände des hübschen Campingplatzes an der Wichte nahe Licherode, den van Wijk seit einigen Jahren betreibt. Die „Rammelbakken“ aus den Niederlanden waren zu Gast.

„Rammelbakken“ bedeutet so etwas wie Schrottkiste und ist zugleich der Name einer ungewöhnlichen Rallye, die nun schon zum zweiten Mal stattfand. Zwei Niederländer haben sie sich ausgedacht, bei einem Bier in einem Café, wie Rogier van Wijngaarden, einer der beiden, erzählt. Die Idee: Nur Autos, die maximal noch 750 Euro wert sind, dürfen an den Start gehen, und fahren eine Woche lang durch Europa.

Van Wijngaarden ist eigentlich Facility Manager in einem Unternehmen und sieht die Organisation der Spaßrallye als Hobby. Warum er sich für Schrottkisten interessiert, und nicht für Sportwagen und Luxusautos? „Die Leute sind anders“, sagt er mit einem wissenden Lachen. Die Autos sind keine Statussymbole und auch nicht besonders wichtig. Es geht um den Spaß, ums Zelten und Feiern und darum, Europa und andere Menschen kennenzulernen.

Unterwegs müssen die Fahrerteams an verschiedenen Stationen aussteigen und Geschicklichkeitsspiele bewältigen, und sie müssen Aufgaben erledigen, beispielsweise besondere Gebäude an der Strecke suchen und fotografieren. Am ersten Tag galt es, eine Fabrik für Heißluftballons in den Niederlanden zu finden. Am Abend erwarteten van Wijngaarden und sein Team die Fahrer am Campingplatz mit Grill und Getränken.

Der 18-jährige Danny de Groot und zwei Freunde gehören zu den Teilnehmern. De Groot bastelt in seiner Freizeit gerne an Autos herum und ist so auch für den Fall gerüstet, dass sein Opel Astra, Baujahr 1997, irgendwo liegenbleiben sollte. Beim bergauf Fahren laufe der Motor manchmal heiß, berichtet er lachend. „Aus Spaß“, sagen die drei, nehmen sie an der Tour teil. Das Schicksal des Autos, das die drei vor der Abfahrt bunt angemalt haben, ist schon besiegelt: Kommenden Montag wandert es auf den Schrottplatz.

Nach Österreich, Tschechien und Polen wird die ungewöhnliche Rallye die Fahrer in den kommenden Tagen führen. 170 Personen sind mit 68 Autos an den Start gegangen. Pro Fahrzeug kostet die Teilnahme gut 500 Euro. Punkte gibt es nicht für Geschwindigkeit, sondern für die Bewältigung der Aufgaben, und das „schönste“ Auto wird ebenfalls prämiert. Der Gewinner darf kostenlos an der nächsten Tour teilnehmen. Sie wird in den Süden Europas führen.

Informationen dazu unter www.rammelbakkenreis.nl

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