Erste Kostenschätzung liegt vor

Radweg ins Werratal: Anschluss für Richelsdorf und Süß

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Sicherheit für die Radfahrer: Ein kurzes Stück Radweg gibt es schon. Von Richelsdorf aus führt ein Radweg neben der Straße bis zu der Stelle, wo die Landesstraße nach links in Richtung Untersuhl abzweigt. Dann geht es für Radler weiter auf der Straße.

Süß/Richelsdorf. Die Gemeinden Wildeck und Nentershausen denken gemeinsam über einen Radweg nach, der Richelsdorf und Süß an das Werratal und damit an das dortige Radwegenetz anbinden würde.

Offiziell gibt es bereits einen „Radweg“ – der R 14 kommt von Nentershausen und führt über Süß und Richelsdorf ins Werratal. Bis auf kurze Abschnitte verläuft dieser Weg aber auf Landesstraßen – und birgt damit zum Teil erhebliche Gefahren für die Radfahrer. Das soll sich mit dem Bau eines richtigen Radweges ändern. Das berichten die Bürgermeister Alexander Wirth und Ralf Hilmes.

Das Ingenieurbüro, mit dem die Gemeinde Wildeck zusammenarbeitet, hat den Auftrag bekommen, eine erste grobe Vorplanung und Kostenschätzung zu erarbeiten.

Die Wegführung

Der Radweg würde von Süß kommend an der Süßer Kläranlage vorbeiführen, berichtet Wildecks Bürgermeister Wirth. Dann könnte er direkt auf das Werk Alsecco zulaufen. Dort war früher ein Gehweg, der mittlerweile aber zugewachsen ist. Dann würde der Radweg an der Landesstraße am Werk vorbeigeführt, anschließend auf dem Weg, den es jetzt schon gibt, vorbei am Freizeitgelände und Sportplatz. Der Weg würde kurz auf dem Bürgersteig der Kupferstraße verlaufen, dann am Minigolfplatz vorbei über einen Weg, der zurzeit noch Trampelpfad ist, weiter und schließlich im Bereich Steinkaute die Landesstraße überqueren. Weiter ginge es auf dem kurzen Stück des kombinierten Rad- und Fußweges bis zum Abzweig der Straße nach Gerstungen. Am Abzweig endet der vorhandene Radweg. Von da aus könnte der neue Radweg rechts der Straße bis Untersuhl geführt werden.

Die Kosten

Der Weg führt zum Teil über Flächen, die den Gemeinden gehören, zum Teil müssten von den Gemeinden auch Flächen angekauft werden. Die Strecke ist insgesamt gut sechs Kilometer lang. Eine erste grobe Schätzung des Ingenieurbüros ergab Kosten von insgesamt etwa 790 000 Euro, berichtet Bürgermeister Alexander Wirth.

Die Gemeinden haben bereits Kontakt mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises aufgenommen, um zu klären, aus welchen Fördertöpfen die Gemeinden Zuschüsse für eine offizielle Machbarkeitsstudie erhalten könnten, berichtet der Nentershäuser Bürgermeister Hilmes.

Die Entscheidung

Die Gemeindevertretung hatte den Vorstand der Gemeinde Wildeck im März 2017 beauftragt, den Bau eines Radweges von Richelsdorf nach Gerstungen-Untersuhl zu prüfen. Das hatte das Wildecker Parlament auf Antrag der FWG-Fraktion einstimmig beschlossen. Auch die Ortsbeiräte wünschen sich seit langem eine sichere Anbindung. „Für die Süßer und Richelsdorfer wäre so ein Radweg eine tolle Sache“, sind sich die Bürgermeister einig. Entschieden ist noch nichts. Das letzte Wort haben die Gemeindevertretungen.

Hintergrund

Das Land Hessen hat die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Nahmobilität als Teil des Verkehrssystems umfassend zu fördern. In der AG werden neue Konzepte entwickelt und umgesetzt. Beteiligt sind Kommunen, Verbände, Hochschulen, Wirtschaft und Verkehrsverbünde. Mit den neuen Ideen sollen die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden – dazu gehört auch die bessere Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln. 

Mit dem neuen Programm „Nahmobilität“ will das Land das Alltagsradeln fördern, berichtet Sigrid Wetterau, die Regionalmanagerin für die Leader-Region Hersfeld-Rotenburg, angesiedelt bei der Wirtschaftsförderung. Dabei gehe es um die Wege zum Büro, zur Arbeit oder zur Schule. Ziel sei nicht, idyllische Wege durch Wälder zu erschließen, sondern zum Beispiel durch einen Radweg dafür zu sorgen, dass Schüler mit dem Rad sicher zur Schule kommen. 

Zu dem angedachten Radweg von Süß nach Gerstungen habe es auf Anfrage der Bürgermeister erste Gespräche gegeben, berichtet Wetterau. Die Wirtschaftsförderung will jetzt beim Land anfragen, ob es möglich ist, aus dem neuen Programm Geld für eine Machbarkeitsstudie zu erhalten. Das Land gibt mit dem Programm seit 2017 nicht nur Geld für den Bau von Radwegen, sondern auch für die Planung, Konzepte und Öffentlichkeitsarbeit. 

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Quelle: HNA

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