Karneval

Prunksitzung in Richelsdorf: Spitze Zungen, scharfe Töne und "Schifoan"

Klatschen beim großen Finale: Richelsdorf ist gar so schön – und deshalb tanzen beim Karneval die kleinen Mädels bei den Garde-Kids und die großen Mädels unter anderem bei den TSV-Mädels mit.

Richelsdorf. Von elf nach acht bis elf vor zwölf feierten die Richelsdorfer zum drei-mal-elften Mal Karneval. Am Freitagabend, und am Samstagabend gleich noch einmal.

Wie „Schifoan“ geht, wenn richtige Männer unterwegs sind, demonstrierten die „Abschmecker“. Reichlich Bier und Flachmänner genießend wedelten sie in Skistiefeln hängend über die Bühne. Dass es dabei lustig zuging, versteht sich von selbst. Als Zugabe gab’s – ganz im Stil der „Vier Tenöre“ und natürlich mit weißem Schal - den Nilsen-Brothers-Uralt-Hit „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“.

Eröffnet wurde der von der Gemeinschaft der Richelsdorfer Vereine (GRV) gestaltete Abend mit einer gereimten Büttenrede von Ortsvorsteher Wilfried Wetterau. Sein Motto: „In Richelsdorf geht was. Was denn genau? Das Licht aus, die Sau raus, wir rufen helau!“ Die Löcher im Haushalt, die Belastung des Bodens mit Arsen und so manches kommunale Hin und Her boten darüber hinaus jede Menge Stoff für „scharfe Töne“, wie der ebenfalls nicht auf den Mund gefallene Sitzungspräsident Mike Rimbach kommentierte.

Spitze Zunge: Die „Walkerinnen“ Annemarie Kohlhaas (links) und Sabine Rimbach.

Das Dorfgeschehen behandelten auch die „Walkerinnen“ Annemarie Kohlhaas und Sabine Rimbach, die später noch von Sabine Freudenberger verstärkt wurden. Weitere Finger in weitere Wunden legten Julia Csollak und Melanie Meißner als „Duo ohne Anne“, die auf Stehleitern wortlos bedruckte Papierbögen umblätterten, und natürlich die „Tegernseeer Bierfreunde“ Tobias Bornschier und Mike Rimbach, die einmal mehr kurz und kräftig GRV-Nachrichten verkündeten. Michaela Meißner nahm sich als „schlanke Inge“ selbst aufs Korn.

Mutige Jungs

Für den tänzerischen Teil waren die Garde-Kids mit immerhin zwei mutigen Jungs zuständig. Zudem, auf der rein weiblichen Seite, die Garde-Teens, die Garde, die TSV-Mädels mit einer tollen Alice-im-Wunderland-Aufführung und die mit Leuchtstäben hantierenden „Hüpfendales“.

Die Garde-Teens in Aktion.

Auf der rein männlichen Seite die „GRV-Dreamboys“ und die „Invalidos“, wobei sich die Kerle alles andere als invalid präsentierten. Gelenkig, knackig, mal den Waschbrettbauch betonend, mal den mit etwas mehr Bieransatz, wirbelten sie Kunststückchen zeigend, letztendlich aber vor allem testosterongesteuert auf dem Trampolin springend, über die Bühne. Kein Wunder, dass das Publikum Zugaben forderte. 

Stolze "Dorfkinder"

Die „Richelsdorfrocker“ ließen die Luzie abgehen und zeigten sich stolz darauf, dass sie „Dorfkinder“ sind. Musikalische Begleiter waren darüber hinaus die „Melody’s“ aus dem Ringgau, die kurz vor Mitternacht das begeistert beklatschte Finale einläuteten und danach für gute Unterhaltung sorgten.

Karneval in Richelsdorf: Tolle Stimmung bei der Prunksitzung

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