Werkstattgespräche

Profis und Bürger arbeiten am Rotenburger Stadtumbau 

Arbeitsatmosphäre: In Kleingruppen berieten die Teilnehmer des Werkstattgesprächs über Stadtumbau in Rotenburg.

Rotenburg. Profis und Bürger haben sich beim Rotenburger Stadtumbauprogramm über Stadtgrün und Verkehr, Sanierungsbedarf und Tourismus ausgetauscht. Wir geben eine Übersicht. 

Rotenburg. Dass die Fulda ein Pfund ist für die touristische Entwicklung und die Verbesserung der Lebensqualität der Rotenburger – darüber waren sich Profis und Bürger einig. Am Donnerstag trafen sich die Mitarbeiter der Planungsbüros NH Projektstadt und Foundation 5+ mit Bürgern zur Auftaktwerkstatt Stadtumbau.

Rotenburg ist im Stadtumbauprogramm und wird in den nächsten zehn Jahren finanziell erheblich vom Bund unterstützt, um die Stadt zukunftsfit zumachen und die Lebensqualität zu verbessern. Bürgerbeteiligung ist Voraussetzung bei der Erarbeitung eines Konzepts.

Öffentlicher Raum und Stadtgrün, Verkehr und Mobilität, Sanierungsbedarf und Leerstand sowie Stadtbild und Tourismus waren die vier Arbeitsbereiche, zu denen sich Gruppen bildeten. 

So manches überschneidet sich, wurde bei der Ergebnispräsentation deutlich. Die Möglichkeiten rund um die Fulda gehörten dazu. Ein paar Stichworte, aber keine Entscheidungen aus der zweieinhalbstündigen Veranstaltung im Bürgersaal:

Das Fuldaufer

Mehr (hochwassersichere) Aufenthaltsmöglichkeiten am Fluss werden gewünscht. Der Bereich zwischen alter und neuer Fuldabrücke sollte auf der Altstadtseite so gestaltet werden, dass man gut am Fluss sitzen und die Idylle genießen kann oder eine Spielmöglichkeit besteht.

Idyllisches Plätzchen: Vor der Fachwerkzeile ist viel Platz, der aber nicht genutzt wird. Man könnte hier Möglichkeiten zum Aufenthalt schaffen. 

Ähnliches gilt für die Neustädter Seite zwischen alter Brücke und grünem Brückchen. Auch der Bau von Stegen wurde vorgeschlagen – als Anlaufstationen für Boote oder für alle, die noch näher an der Fulda sitzen möchten. Der Blick auf den Fluss soll im Bereich des Schlossparks verbessert werden.

Der Schlosspark

Die „gute grüne Stube“ der Stadt mögen alle. Radtouristen könnten ihn jedoch fast übersehen, weil es keine attraktive Öffnung zur Fulda und zum Radweg gibt. 

Die Jugendherberge und das Feuerwehrhaus (in welcher Funktion nach dem Neubau auch immer) sollten bessere Zugänge zum Schlosspark bekommen. Es gab ein Plädoyer für den Erhalt der großen Freiflächen des Parks.

Verkehr und Mobilität

Ein kühner Vorschlag aus der Bürgergruppe: Der Parkplatz Altes Amtsgericht sollte gar nicht bebaut und sogar noch um Plätze erweitert werden. Im Gegenzug sollen alle Parkplätze an der Breitenstraße wegfallen. 

Dafür könne man die Gehwege verbreitern und so die Sicherheit für Fußgänger erhöhen. Die großen Parkplätze, besonders hinter dem Steinweg und am Bahnhof, sollten besser ausgeschildert werden.

Stadtbild und Tourismus

Die Stadteingänge müssen optisch aufgewertet werden, besonders die Zugänge vom Radweg aus. Die Profis plädierten für unterschiedliches Straßenpflaster, um die Orientierung zu erleichtern. Der Straßenbereich vor dem Neustadteckchen sollte aufgewertet werden. 

Außerdem kann der Festplatz besser genutzt werden. Man könnte ihn asphaltieren und als Verkehrsplatz nutzen, große Kettcars könnten über den Campingplatz vermietet werden. Außerdem sei dort ein Autokino möglich. Ein Kino mit Fastfood-Angebot und Disco wäre für junge Leute wünschenswert.

Benötigt werden weitere Gästebetten für Touristen, aber auch Wohnungen für die Rotenburger. Damit wären wir beim Thema Leerstand.

Der Leerstand

Kleine Wohneinheiten für Schüler und Studenten der Verwaltungsfachhochschule und für Montagearbeiter könnten ebenso in Fachwerkgebäuden eingerichtet werden wie Wohnungen für Rotenburger. 

Das gilt auch für den Steinweg. Roman Schneider, der im Steinweg ein Optik- und Akustik-Geschaft betreibt, berichtete ermutigend von seinen Investitionen im Steinweg: Er habe drei Wohnungen hochwertig ausgestattet, sie seien ihm praktisch aus den Händen gerissen worden. Geschäftsideen waren noch eine Erlebnisbäckerei und eine Kaffeerösterei, beides bewirtschaftet.

Zur nächsten Rotenburger Werkstatt treffen sich Interessierte am Donnerstag, 6. September, um 19 Uhr im Bürgersaal.

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