Lösung in Sicht

Probleme bei Digital-Impfpass: Datenleck stoppt Ausgabe in Apotheken

Ein Smartphone mit dem digitalen Impfpass.
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Wegen eines Datenlecks ist die Ausgabe des digitalen Impfpasses seit vergangener Woche in Apotheken nicht möglich. (Symbolbild).

Wegen eines Datenlecks ist die Ausgabe des digitalen Impfpasses seit vergangener Woche in Apotheken nicht möglich.

Hersfeld-Rotenburg – Der digitale Impfausweis bietet gerade in der Ferienzeit die Möglichkeit, in Urlaubsgebieten seinen kompletten Impfschutz bequem über die App nachzuweisen. Seit vergangener Woche war die Ausstellung dieses Dokuments allerdings in den Apotheken nicht möglich – wegen einer Sicherheitslücke hatte der Deutsche Apothekerverband (DAV) die Ausstellung des digitalen Impfnachweises gestoppt.

Auch gestern war das Problem bis Redaktionsschluss noch nicht behoben.

Saskia Hildwein von der Bad Hersfelder City-Apotheke erklärt, die Plattform der Apotheken, die auch für die Ausstellung der digitalen Impfnachweise genutzt wird, sei eigentlich eine sichere Infrastruktur. Lediglich rund 400 der knapp 20 000 Apotheken seien nicht im Apothekerverband organisiert. Für diese seien auf Veranlassung des Bundesgesundheitsministeriums Gast-Zugänge eingerichtet worden – darüber sei dann auch der Hackerangriff gekommen. Die Nachfrage nach den digitalen Impfausweisen sei weiterhin hoch, so Hildwein. Das bestätigt auch Celine Pfeil von der Alheimer-Apotheke in Heinebach. Wenn die Ausstellung der Impfzertifikate wieder möglich sei, würde man die Kunden informieren.

DAV-Sprecher Christian Splett sagte am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass die Apotheken so bald wie möglich wieder digitale Impfzertifikate ausstellen können.“ Das sei nicht nur eine technische Frage, sondern müsse auch mit Gesundheitsministerium und dem Robert-Koch-Institut abgestimmt werden. „Sobald ein konkreter Termin feststeht, werden wir ihn natürlich auch schnellstmöglich bekanntgeben.“

Neben den Apotheken stellen auch Ärzte den digitalen Impfnachweis aus. Karl Roth von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sagt auf Anfrage, dass man auch in einer Arztpraxis einen digitalen Impfnachweis erhalten kann, in der man nicht geimpft wurde. Er rät dazu, im Vorfeld in der Praxis nachzufragen. Die Ärzte seien von den Problemen nicht betroffen gewesen. Der digitale Impfnachweis sei aber auch kein Muss – Impfbuch und Personalausweis würden genügen.

„Personen, die in einem der hessischen Impfzentren ihre komplette Immunisierung erhalten haben, bekommen den digitalen Impfnachweis auf Wunsch mittlerweile direkt vor Ort ausgestellt“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf Nachfrage.

Zertifikate über Schein-Apotheke ausgestellt

Ab Mittwoch, 21. Juli, war der Zugang für Apotheken auf das Portal des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) gesperrt, nachdem zwei Sicherheitsforscher eine Sicherheitslücke gefunden hatten. Ihnen war es gelungen, über einen Gastzugang mithilfe gefälschter Dokumente eine Schein-Apotheke zu registrieren, die daraufhin zwei Impfzertifikate ausstellte. Anschließend informierten die Experten den DAV darüber, der das System erst einmal komplett abstellte. (Philipp Daum Und Christopher Ziermann)

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