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Bebra erweitert Gewerbegebiet Südwest: Platz für Firmen und die Feuerwehr

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Von: Clemens Herwig

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Grüne Wiese wird Gewerbefläche: Zwischen Herkules-Markt/McDonald’s sowie der Kerschensteinerstraße und der Bundesstraße 27 soll das Gewerbegebiet Südwest um 4,58 Hektar wachsen. Rechts die Gottlieb-Daimler-Straße, die derzeit in diesem Bereich noch Feldweg ist und ausgebaut werden soll.
Grüne Wiese wird Gewerbefläche: Zwischen Herkules-Markt/McDonald’s sowie der Kerschensteinerstraße und der Bundesstraße 27 soll das Gewerbegebiet Südwest um 4,58 Hektar wachsen. Rechts die Gottlieb-Daimler-Straße, die derzeit in diesem Bereich noch Feldweg ist und ausgebaut werden soll. © Clemens Herwig

Das Gewerbegebiet Südwest an der Bundesstraße 27 in Bebra soll um etwa 4,5 Hektar wachsen.

Bebra – Die Erweiterung hat die Stadtverordnetenversammlung bereits im März beschlossen, nun wurde der Bebauungsplanentwurf offengelegt. Interesse an einer Ansiedlung beziehungsweise Erweiterung auf der Fläche mit einer Gesamtgröße von rund sechseinhalb Fußballfeldern hätten bereits zwei Bebraer Betriebe sowie das Bildungszentrum Bau Osthessen angemeldet, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit seiner Lehrbaustelle ansässig ist, sagt Bauamtsleiter Patrick Schuster.

Auch die Stadt selbst hat Pläne im Hinterkopf: Der Standort an der Kerschensteinerstraße gilt als Favorit für ein neues Gerätehaus der Bebraer Kernstadt-Feuerwehr. Das derzeitige Gebäude am Mehrzweckplatz entspricht nicht mehr den Vorgaben. Die Verwaltung hatte daraufhin auf Wunsch des Stadtparlaments einen Ausbau geprüft. Das Ergebnis: Es geht, aber es ist teuer und bringt Einschränkungen für den Verkehr mit sich – wir berichteten. Voraussichtlich in der Juni-Sitzung wird Bebras Politik eine Grundsatzentscheidung über Neubau oder Ausbau des Gerätehauses fällen.

Das Gewerbegebiet wird zwischen Herkules-Markt/McDonald’s und der Solz sowie zwischen der Kerschensteinerstraße und der B 27 weiterentwickelt. Der Flächennutzungsplan sieht dort, wo derzeit noch grüne Wiese ist, Gewerbeansiedlungen vor und müsste nicht geändert werden, so Schuster. Ausgebaut wird im Zuge der Erweiterung auch die Gottlieb-Daimler-Straße, die derzeit nur vom Bebra-Kreisel bis McDonalds asphaltiert ist und dann als Feldweg weiter parallel zur Bundesstraße in Richtung Solz-Bach führt. Infrastruktur wie Kanäle und Leitungen seien in der vorderen Hälfte der Fläche an der Kerschensteinerstraße bereits vorhanden, in Richtung B 27 müssten die Stadt und ihre Eigenbetriebe das neue Gewerbegebiet dagegen noch erschließen.

Bleiben alle Interessenten bei ihren Plänen, wäre die Gewerbegebiet-Erweiterung damit bereits wieder ausgeschöpft, sagt Bauamtsleiter Schuster. Ganz ohne Gegenwehr wird die grüne Wiese dem Gewerbe nicht überlassen: Für die Ansiedlungswilligen werden im Bebauungsplanentwurf Gründächer sowie die Nutzung von Fotovoltaikanlagen (mindestens 50 Prozent der geeigneten Flächen) vorgeschrieben, großflächigen Steingärten ohne Bepflanzung wird eine Absage erteilt. Die Grundstücke sind stattdessen „gärtnerisch“ anzulegen.

Sollte sich die Stadt doch auf die Suche nach Interessenten machen müssen, sieht der Bebauungsplan ebenfalls Einschränkungen vor: So werden etwa Tankstellen, Einzelhandel und Sportstätten auf der neuen Fläche ausgeschlossen.

Abkürzung in die Fuldaaue: Über den Trampelpfad entlang der Solz und unter der B 27 hindurch machen sich offenbar viele Bebraner auf den Weg ins Grüne.
Abkürzung in die Fuldaaue: Über den Trampelpfad entlang der Solz und unter der B 27 hindurch machen sich offenbar viele Bebraner auf den Weg ins Grüne. © Clemens Herwig

Auch für die Bebraner Bürger wird die Erweiterung einen Vorteil mit sich bringen: Entlang der Solz soll ein sogenannter „Pflegeweg“ angelegt werden, den nicht nur die städtischen Mitarbeiter im Einsatz, sondern auch Fußgänger und Radfahrer nutzen können. Derzeit führt ein Trampelpfad am Bach entlang zur Bundesstraße, die dort unter einer Brücke passiert werden kann. Viele Bebraner nutzten das auf dem Weg in die Fuldaaue. (Clemens Herwig)

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