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Pläne für neues Gebäude am Parkplatz Altes Amtsgericht in Rotenburg vorgestellt

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Von: Silke Schäfer-Marg

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Blick von der neuen Fuldabrücke: Auf dem Parkplatz Altes Amtsgericht könnte ein Gebäude errichtet werden, das im Erdgeschoss gewerblich und im Obergeschoss als Boardinghaus mit 28 Appartements genutzt wird. Eine Tiefgarage, deren Zufahrt auf der Computersimulation zu sehen ist (Mauer), sorgt für weiteren Parkraum. Sie könnte bei Hochwasser mit einem Schott gesichert werden. © Foto: Rabe Architekten/nh

In Rotenburg geht es um das optische Einfallstor zur Altstadt, um Parkplätze und um die Belebung des Einzelhandels in der Innenstadt.

Im vollen Sitzungssaal des Rathauses hörten und sahen sich nicht nur die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses die Projektidee von Investor Eberhard Unger (Kurhessen Gewerbebau) und Architekt Thomas Rabe für den Parkplatz Altes Amtsgericht an. Hierzu Fragen und Antworten.

Was soll gebaut werden?

Geplant ist eine Mischung aus Einzelhandel und Boardinghaus. Letzteres bietet Übernachtungsmöglichkeiten in voll ausgestatteten Ein-Zimmer-Appartements. Auf zwei Etagen sollen 28 dieser etwa 32 Quadratmeter großen Appartements entstehen. Im Erdgeschoss könnten sich zwei Einzelhandelsbetriebe ansiedeln, einer mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, einer mit 200. Hinzu kämen ihre Lager und Nebenräume. Als Mieter akquirieren will man Händler mit „innenstadtrelevantem Sortiment“, etwa hochwertigen, nachhaltigen Textilien oder einen Drogisten. Auch ein gastronomischer Betrieb wäre möglich.

Wie soll gebaut werden?

Ein U-förmiges, dreigeschossiges Gebäude mit einem Walmdach ist geplant. Die Bebauung folgt dem Straßenverlauf vom Untertor zur neuen Fuldabrücke. Die bestehenden Zufahrten bleiben erhalten, inklusive der direkten Auffahrt zur Brücke. Das Gebäude soll man über einen arkadenähnlichen Zugang von der Untertor-Seite her betreten. Bei der Planung, so erklärte Architekt Rabe, habe man sich von Ansichten des früheren Alten Amtsgerichts inspirieren lassen. Allerdings soll es in der Wirkung nicht so massiv und niedriger als das gegenüberliegende Ärztehaus sein. Das Gebäude soll nicht hypermodern, aber auch kein Fachwerkbau werden. Letzteres sei auch von der Denkmalpflege nicht gewünscht. Architektur sei immer auch ein Spiegel der Zeit und solle Epochen nicht nachbilden.

Wo kann geparkt werden?

Etwa 79 der bisherigen 81 Parkplätze soll es auch nach dem Neubau geben. Allerdings mit jeweils begrenzter Parkdauer und der von der Stellplatzsatzung der Stadt vorgegebenen Zuordnung zu Geschäften und Boardinghaus, was in der Sitzung auf Skepsis stieß. Ein Teil der Parkplätze soll in einer Tiefgarage gebaut werden. Diese kann zur Fulda hin mit einem Schott gegen Hochwasser geschützt werden. Die Zufahrt wäre von der Fuldaseite her. Das Gefälle des Geländes würde das Konzept ermöglichen, erklärte der Architekt.

Wer baut?

Die Kurhessen Gewerbebau GmbH will das Grundstück kaufen und das Projekt entwickeln. Anschließend soll es verkauft werden. Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Eberhard Unger nannte die Investitionssumme von zwölf Millionen Euro. Käufer solcher Projekte werbe das Unternehmen im Bereich Banken und Pensionskassen. Ein Boardinghaus mit Café in Neuenstein, der Rewe-Markt in Rotenburg, das Gebäude „Franz 52“ in Bebra gehören zum Beispiel zu den Projekten im Landkreis, die das Unternehmen für den VR-Bankverein realisiert hat. Auf Nachfrage hat Geschäftsführer Unger jedoch erklärt, die Käuferfrage sei noch offen, auch die Stadt könne kaufen.

Wie wäre der Zeitplan?

Das Konzept ist seitens der Stadtverwaltung mit den zuständigen Behörden abgeklärt worden, hatte Bürgermeister Christian Grunwald erklärt. Die ersten Pläne wurden am Dienstag vorgestellt, die Stadtverordneten sollen im Frühjahr darüber beraten und entscheiden. Das Unternehmen Kurhessen Gewerbebau hat einen Kaufantrag für das Grundstück gestellt.   Etwa Mitte des zweiten Quartals 2020 könne man sagen, ob man Mieter für den Gewerbetrakt findet, sagte Geschäftsführer Unger.

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