Sechs Kommunen machen mit 

Pilotprojekt für Hessen: Bürger lernen Medibus kennen

+
Noch wird an der „Fassade“ des neuen Medibusses gearbeitet: Der Innenraum der mobilen Praxis ist allerdings schon fertig. Die Möblierung entspricht einer üblichen Hausarztpraxis mit Labor und Behandlungsraum. Hier ein Blick auf die Behandlungsliege.

Nentershausen/Cornberg. Unter anderem in Nentershausen, Cornberg und Sontra startet im Juli ein Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen: die mobile Arztpraxis. 

Bevor der Medibus am 1. Juli an den Start geht, wird er in den Gemeinden, die an dem Pilotprojekt beteiligt sind, am Dienstag, 5. Juni, vorgestellt. Der „Tag des offenen Medibusses“ gibt den Bürgern die Möglichkeit, den Bus kennenzulernen und sich ein Bild von der Ausstattung zu machen.

Die neue mobile Hausarztpraxis ist ein Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV) und der DB Regio. Sechs Kommunen nehmen daran teil. Der Bus soll ab Juli jede Woche für mehrere Stunden in jeder der sechs Kommunen Station machen.

Die mobile Praxis wird zu folgenden Zeiten am 5. Juni in den Orten vorgestellt: Nentershausen (Marktplatz, 10.30 bis 11.30 Uhr), Cornberg (Am Markt 8, 12 bis 12.45 Uhr), Sontra (Burhaver Straße 6A, 13.15 bis 14 Uhr), Ringgau (Leipziger Straße 40, 14.30 bis 15.15 Uhr), Weißenborn (Halle in der Aue, 15.45 bis 16.30 Uhr), Herleshausen (Bahnhofstraße 15, 17 bis 17.45 Uhr).

„Ärzte entlasten“

„Mindestens zwei Jahre wird der Bus die ausgewählten Kommunen regelmäßig anfahren, um Patienten zu versorgen“, teilt die KV mit. Gerade in ländlichen Regionen sei der Ärztemangel stark spürbar. Am 5. Juni können die Bürger auch den Arzt kennenlernen, der im Medibus praktizieren wird. Ziel sei unter anderem, die niedergelassenen Ärzte zu entlasten.

Der Medibus war auch Thema im Nentershäuser Parlament am Mittwochabend. Bürgermeister Ralf Hilmes hatte mitgeteilt, dass der Medibus am 5. Juni den Bürgern vorgestellt wird. Die CDU-Fraktion äußerte Befürchtungen, dass sich der Einsatz des Medibusses nachteilig für die Gemeinde Nentershausen auswirken könne und möglicherweise weniger Ärzte zugewiesen würden. „Unser Ziel ist es, Nentershausen stark zu machen. Wir brauchen auch in Zukunft ein oder zwei Ärzte in unserer Gemeinde“, hieß es aus der CDU-Fraktion.

„Keine Nachteile“

„Die Initiative mit dem Medibus geht von der Kassenärztlichen Vereinigung aus“, betonte Bürgermeister Hilmes. Sie werde in keinem Fall zu Nachteilen für Nentershausen führen. „Wir schauen uns das an. Aber der Medibus wird unsere grundlegenden Probleme in keiner Weise lösen“, ist sich Hilmes schon heute sicher. „Wenn wir bei dem Pilotprojekt nicht mehr mitmachen wollen, können wir jederzeit aussteigen.“ Der Termin zur Vorstellung des Busses sei mit den Ärzten in Nentershausen abgesprochen worden. Das habe die KV bestätigt, betonte Hilmes.

Unabhängig von der Initiative der KV mit dem Medibus arbeitet der interkommunale Zweckverband Sontra, Nentershausen, Herleshausen am Aufbau eines regionalen Gesundheitsnetzes. Unter anderem will ein Investor in Sontra ein Gesundheitsversorgungszentrum bauen. „Davon werden auf jeden Fall auch die Nentershäuser profitieren“, sagte Hilmes.

Quelle: HNA

Kommentare