Sandfläche für seltenen Vogel

Philippsthaler Werraaue: K+S schafft Brutstätte für Regenpfeifer

Hier brütet der Regenpfeifer: Die Projektingenieure Christina Haensch und Sebastian Arnold vom Werk Werra, Philippsthals Bürgermeister Ralf Orth, Tobias Döll vom Bauamt der Marktgemeinde sowie Malte Grimm, Bauingenieur im Werk Werra, an Ausgleichsmaßnahme von K+S in der Philippsthaler Werraaue. Foto: Balduf/K+S

Philippsthal. K+S hat als Ausgleichsmaßnahme in der Philippsthaler Werraaue eine Sandfläche für den seltenen Flussregenpfeifer geschaffen. 

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht – die 3 500 Quadratmeter große Sandfläche mit zwei darin enthaltenen 100 Quadratmetern großen Flusskieslinsen in der Philippsthaler Werraaue ist weder ein Beachvolleyballfeld noch eine Strandbar.

„Wir haben hier eine Fortpflanzungsstätte für den Flussregenpfeifer geschaffen“, erläutert Sebastian Arnold, Sachgebietsleiter Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und Naturschutz beim K+S-Werk Werra. Der Flussregenpfeifer war im Jahr 1993 Vogel des Jahres, ist ausgewachsen 15 bis 18 Zentimeter groß und wiegt 25 bis 55 Gramm. Er kommt fast in ganz Europa vor, allerdings ist er selten geworden. Als Lebensraum kommen Schlamm- und Sandflächen, bisweilen auch Kiesflächen an Baggerseen in Betracht.

Es gab in den vergangenen Jahren Brutnachweise des Flussregenpfeifers am ehemaligen Schlammbecken an der alten Abraumhalde am Standort Hattorf. Als die Althalde umgestaltet wurde und vor etwa zwei Jahren zur Minimierung des Sickerwassereintrags mit der Abdichtung der Oberfläche begonnen wurde, fiel damit eine potenzielle Fortpflanzungsstätte des Vogels weg. So war das Werk Werra aufgefordert, eine Ersatzfläche in der Umgebung den Ansprüchen der Art entsprechend herzurichten. Diese Ansprüche umfassen, dass der Flussregenpfeifer während der Brutzeit zwischen April und Juli ungestört auf der Sandfläche mit niedriger Vegetation und unweit von Wasser als Nest Mulden im Boden anlegen kann.

„Da die Werraaue ein beliebtes Gebiet für Hundehalter ist, haben wir, um den Bodenbrüter vor Hunden, die beim Spaziergang in diesem ruhigen Bereich oftmals ohne Leine geführt werden, zu schützen, nun einen Zaun um die Sandfläche aufgestellt“, berichtet Malte Grimm, Bauingenieur bei K+S.

K+S wird die Fläche über einen Zeitraum von 30 Jahren pflegen und sie bis auf spärlichen Bewuchs durch krautige Pflanzen grundsätzlich offen halten.

„Wir danken der Gemeinde Philippsthal, Bürgermeister Orth und Tobias Döll vom Bauamt sehr herzlich für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit bei der Umsetzung dieser Ersatzmaßnahme“, sagt Sebastian Arnold. (red/jce)

Quelle: HNA

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