Bis zu 280 Kartons pro Tag

Paketeflut: Zustellerin Katja Steinhauer hilft dem Weihnachtsmann

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Der Wagen von Paketzustellerin Katja Steinhauer ist voll beladen.

Rotenburg. Vor Weihnachten hat Paketzustellerin Katja Steinhauer besonders viel zu tun. Bis zu 280 Pakete liefert sie pro Tag aus - und bleibt dabei stets freundlich und fröhlich.

Es ist kalt an diesem Mittwochmorgen. Katja Steinhauer scheint das aber nicht zu stören: „Ich friere erst abends, wenn ich in der Wärme bin.“ Das ist auch kein Wunder. Katja Steinhauer ist Paketzustellerin bei DHL und hat in der Vorweihnachtszeit alle Hände voll zu tun.

Wie das Weihnachtsgeschäft aktuell läuft? „Bombe, sehen Sie ja“, sagt Steinhauer lachend, während sie gleich mehrere Pakete aus dem Lieferwagen hievt. 250 Pakete muss sie an diesem Tag in Rotenburg ausliefern, spätestens um 16.30 Uhr möchte sie fertig sein. Ordnung im Laderaum des Wagens muss deshalb sein. „Ich möchte, dass alle ihre Bestellung bekommen“, so Steinhauer. 27 bis 35 Pakete verteilt sie pro Stunde.

Über 200 Pakete pro Tag

Voll beladen: DHL-Paketzustellerin Katja Steinhauer steckt mitten im Weihnachtsgeschäft. Rund 250 Pakete muss sie jeden Tag zustellen, dennoch verliert die 47-Jährige nie den Spaß an ihrer Arbeit.

Anfang November zieht das Weihnachtsgeschäft kontinuierlich an. Normalerweise muss Katja Steinhauer pro Tag 180 bis maximal 200 Pakete zustellen, aktuell sind es 220 bis 280. Vor allem in den letzten zwei Wochen vor der Bescherung sei es dann schon krass, merkt sie an. Allein der Paketdienst DHL liefert in der Vorweihnachtszeit bundesweit 11 Millionen Pakete am Tag aus.

Auch das Café Metz gehört zu Steinhauers Zustellbereich. Beim Betreten des Gebäudes grüßt sie freundlich und stellt die Pakete routinemäßig ab. „Sie ist das Beste, was die Post anzubieten hat“, lobt eine Mitarbeiterin des Cafés lächelnd und ergänzt: „Sie ist immer schnell und freundlich.“ Das ist nicht das einzige Lob, das Steinhauer an diesem Tag einheimst. Ob Weihnachtsengel, Postfee oder Weihnachtsfrau – die Rotenburgerin bekommt viele Spitznamen. Immer wieder sind die Leute auf der Straße und in den Geschäften glücklich, sie zu sehen. Vor allem jetzt, kurz vor Weihnachten, wenn viele froh sind, dass das lang ersehnte Geschenk noch rechtzeitig kommt. Für Erheiterung sorgt auch, dass sie sich extra eine Weihnachtsmütze aufgesetzt hat. Die Gehilfin von Weihnachtsmann und Christkind versteht ihren Job.

Geschenke für die Paketbotin

Auch an Heiligabend müssen die Zusteller noch arbeiten. Bis 15 Uhr werden vielerorts Pakete ausgeliefert. Katja Steinhauer hat Weihnachten frei.

Angelika und Hassan Ibrahim haben schon auf die Paketbotin gewartet. Fröhlich nehmen sie ihre Bestellung entgegen und überraschen die 47-Jährige mit einem kleinen Geschenk: ein Fläschchen mit unbekanntem Inhalt und ein paar Süßigkeiten. Auch zuvor hat Steinhauer bereits etwas Schmuck für den Weihnachtsbaum geschenkt bekommen. „Das freut mich sehr“, sagt sie, die auf der Straße fast alle Menschen kennt und duzt. „Ich bin gebürtig aus Solz, wohne aber seit 20 Jahren in Rotenburg“, sagt sie.

Bei Martin Heß von ITW Computer GmbH in Rotenburg liefert Katja Steinhauer gleich mehrere Pakete aus.

Katja Steinhauer bestellt ihre Geschenke im Internet so, dass sie diese an einem ihrer Arbeitstage mit nach Hause nehmen kann und sie nicht ausgeliefert werden müssen. „In den letzten zwei oder drei Jahren sind es deutlich mehr Lieferungen geworden, die wir austragen müssen“, bemerkt sie.

Mehr Pakete verschickt

Die Deutsche Post brachte 2010 täglich etwa 2,6 Millionen Pakete unters Volk. 2017 waren es schon doppelt so viele, Tendenz steigend. Laut dem Statistik-Portal statista sind die Umsätze des Online-Handels im Weihnachtsgeschäft seit 2005 von 1,6 Milliarden auf 13,4 Milliarden Euro angestiegen.

Katja Steinhauer klingelt an einem Wohnhaus. Vom Hausinnern dringt der Geruch von Zimt nach draußen. „Hier werden wohl gerade Plätzchen gebacken“, mutmaßt sie und behält recht. Eine Kundin öffnet, nimmt das Paket entgegen und fragt: „Können Sie vielleicht für mich unterschreiben? Meine Hände sind voller Teig.“ Steinhauer lächelt, die Kundin muss trotzdem selbst unterschreiben. „Wir können den Stift ja abwischen“, erklärt die Zustellerin, die seit 2014 bei DHL arbeitet.

Spaß am Beruf

Trotz des Stresses zur Weihnachtszeit bleibt Steinhauer gelassen. „Ich habe viel Spaß an meinem Beruf. Ich bin viel draußen unterwegs und die Leute freuen sich meistens, mich zu sehen“, sagt sie. So war es auch am Nikolaustag. Da trug sie ein Kostüm und beschenkte Kinder. Die begrüßen die Botin mit der Mütze auch am Mittwoch: „Hallo, da ist der Weihnachtsmann.“ Das stimmt nur fast. 

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