Es geht um Opernkonzerte

Heftige Vorwürfe gegen Dieter Wedel und die Festspiele

Dirigent Ulrich Manfred Metzger bei der "Italienischen Nacht".

Bad Hersfeld. Heftige Vorwürfe gegen die Bad Hersfelder Festspiele, Intendant Dieter Wedel und Teile der Stadtpolitik erhebt der musikalische Leiter des Hessischen Konzert- und Festspielchors, Ulrich Manfred Metzger.

Der Dirigent und Politikwissenschaftler, der vom Intendanten für seine finanziellen Forderungen im Zusammenhang mit den beiden Opernkonzerten im Festspielprogramm kritisiert worden war, spricht seinerseits von Repression und Entrechtung sowie einer missverständlichen Darstellung seiner Gehaltswünsche.

Zwar seien ihm tatsächlich die beim Land Hessen beantragten 50.000 Euro als Salär für die ganzjährige Leitung und Betreuung des Chores in Aussicht gestellt worden. Nach Ablehnung dieser Zuwendung habe er seine Forderung gegenüber den Festspielen jedoch auf 29.000 Euro reduziert, also ein Honorar für die Vorbereitungszeit für die beiden Konzerte, die unter dem Titel „Italienische Nacht“ Anfang August in der Stiftsruine aufgeführt wurden.

Auch das von Wedel genannte Defizit von 80.000 Euro sei falsch. Bei der von den Festspielen vermeldeten Auslastung von 75 Prozent an beiden Abenden, belaufe sich der Fehlbetrag auf lediglich 40.000 Euro, erklärte Metzger. Darüber hinaus kritisierte er den Umgang mit Choristen und Orchestermusikern, die erst in letzter Minute Verträge erhalten hätten und lange im Ungewissen gelassen wurden, ob die Konzerte überhaupt stattfinden würden. „Die Festspiele sind unter den Augen der Stadtführung ein menschenverachtender Entrechtungs- und Repressionsapparat geworden“, fordert Metzger Bürgermeister Thomas Fehling zum Eingreifen auf.

Auch den Vorwurf Wedels, ein Intrigant zu sein, kontert er scharf: „Wäre ich so gut im Intrigieren wie ich dirigieren kann, wäre Wedel ab 2018 hochgeschätzter Generalintendant von St. Helena.“ Gleichwohl will Metzger von einem Bruch mit den Festspielen nichts wissen: „Wir werfen die Tür nicht zu.“

Das sagen die Festspiele:

„Die Behauptungen Herrn Metzgers sind falsch“, erklärte eine Sprecherin der Bad Hersfelder Festspiele zu den Vorwürfen, die den Umgang mit Chor und Orchester der beiden Opernkonzerte betreffen. Im Übrigen sei „alles gesagt“, meinte die Sprecherin und verwies auf das Interview vom 19. August in unserer Zeitung mit Dieter Wedel, in dem sich der Intendant zum Konflikt mit Ulrich Metzger geäußert hatte.

„Wenn Herr Metzger ein ebenso guter Dirigent wie Intrigant wäre, dann wäre er für Bad Hersfeld unbezahlbar“, hatte Wedel darin gesagt und den Fehlbetrag der Opernveranstaltungen auf die von Metzger bestrittenen 80.000 Euro beziffert. Eine weitere Zusammenarbeit schloss der Intendant kategorisch aus: „Ich möchte mit ihm nichts mehr zu tun haben.“ 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Bad HersfeldBad Hersfelder Festspiele
Kommentare zu diesem Artikel