27 Aussteller präsentieren Produkte 

Ohne Worte verbunden: Gehörlosensportclub veranstaltet Messe in Rotenburg 

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Gespräch mit Händen: Claudia Angersbach (links) , Hans-Joachim Goller und Nicole Siel unterhalten sich mit Gebärdensprache. 

Rotenburg. Sie treffen und unterhalten sich – und das ganz ohne Worte. Der Gehörlosensportclub Bad Hersfeld will Gehörlose und Schwerhörige zusammenbringen. Zum ersten Mal veranstaltet er jetzt eine Messe, bei der taube Aussteller Produke präsentieren.  

Deaf, das ist englisch für taub. Bei der Messe stellen gehörlose und schwerhörige Aussteller ihre Produkte vor – von Kosmetik über Mode bis hin zu Haushaltsgeräten.

„Unsere Mitglieder sollen nicht alleine dastehen, es geht um Gemeinschaft“, sagt Hans-Joachim Goller, Vorsitzender des GSC. Das ist auch das Motto der Messe. Zusammengebracht werden sollen im Bürgersaal am Bahnhof Gehörlose untereinander, aber auch Gehörlose und Nicht-Gehörlose.

Alle 31 Vereinsmitglieder sind seit ihrer Geburt gehörlos oder schwerhörig und kommen aus allen Ecken des Landkreises Hersfeld-Rotenburg.

Angefangen 1951 mit einer Kegelmannschaft, gibt es seit 1997 auch eine Darts- und eine Freizeit-Abteilung. Die Mannschaften nehmen regelmäßig an Sportwettbewerben teil. „Wir möchten, dass sich Menschen mit dieser Behinderung unterhalten und gemeinsam Sport machen“, sagt Goller.

Das Vereinsleben geht über den Sport hinaus. Nach Trainingseinheiten, die in Bad Hersfeld, Bebra oder Eisenach stattfinden, wird oft noch Zeit miteinander verbracht und darüber hinaus gemeinsame Ausflüge veranstaltet, berichtet Schatzmeisterin Claudia Angersbach. Im vergangenen Jahr waren diese unter anderem zum Menschenkicker-Turnier des SV Osterbach in Oberellenbach „Wenn wir das nicht hätten, hätte man fast keinen Kontakt unter Gehörlosen“, beschreibt Goller die Besonderheit des Vereins für die Hörgeschädigten. Ist das Leben als Gehörloser über die Jahre schwieriger geworden? „Es hat sich nicht viel verändert“, stellen Goller und Angersbach, beide gehörlos, fest. Verständnis, im privaten und beruflichen Umfeld, sei fast immer vorhanden. Wenn Goller und Angersbach mit Hörenden kommunizieren, dann dient die schwerhörige Nicole Siel als Verbindungsinstanz – im Gespräch mit den beiden, wenn sie die Gebärdensprache übersetzt und auch, wenn es darum geht, Veranstaltungen zu planen.

Planungen auf Hochtouren

So manches wird durch moderne Technik leichter: Mit Smartphones kommuniziere man häufig per Videochat, das mache im Vergleich zu früher vieles einfacher. Häufig kommuniziert werden musste auch im Vorlauf der jetzt anstehenden Deaf-Messe. Seit Dezember vergangenen Jahres läuft die Organisations-Maschine auf Hochtouren. Die Deaf-Messe fand unter andere, bereits in Kassel und Frankfurt statt. So sei der Verein darauf aufmerksam geworden. „Dann kam uns die Idee, das in Bad Hersfeld auf die Beine zu stellen“, sagt Siel.

Seitdem rührte das Organisationsteam die Werbetrommel, schrieb auf Facebook gehörlose Aussteller an und drehte für Facebook ein Werbevideo, in dem Informationen per Gebärdensprache bekanntgemacht wurden. Am Ende stehen 27 gehörlose Aussteller auf der Liste. „Wir möchten mit dem Angebot alle Menschen ansprechen, nicht nur Schwerhörige und Gehörlose“, so Siel. 

Quelle: HNA

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