25-Jähriger modelt

Nikolai Haag: Von Obersuhl aus auf den Laufsteg

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Landete zufällig in der Model-Branche: der 25-jährige Wildecker Nikolai Haag.  Foto: Jean Noir/nh „Die Branche ist eiskalt und knallhart.

Obersuhl. Modeln ist für Nikolai Haag ein ganz normaler Job. Der 25-Jährige aus Wildeck-Obersuhl hat sich in der Welt von Mode und Marken sowie vor der Kamera etabliert.

Eigentlich wollte Nikolai Haag aus Obersuhl Lehrer werden. „Ich hätte gesagt, du bist verrückt, wenn mir jemand gesagt hätte, ich werde einmal modeln“, sagt der 25-Jährige und lacht.

Der Wildecker ist spontan zum Modeln gekommen. Für eine Werbekampagne suchte sein Frisör in Kassel, wo Nikolai Haag Lehramt studierte, ein Model. „Es hat mir schon immer Spaß gemacht, auf der Bühne zu stehen. Als Kind war ich in der Theater-AG“, erzählt er.

Nach seinem ersten Shooting folgten Castings und Laufstegshows. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Ich habe es mir leichter vorgestellt, als es ist. Ich hatte keine Kontakte und keine Agentur“, erinnert sich Nikolai Haag an die Anfänge seiner Karriere.

Am Modeln gefällt ihm vor allem das „Drumherum“, wie er es nennt. „Man lernt sich selbst neu kennen. Es ist immer wieder aufregend, in eine neue Stadt zu kommen und mit neuen Menschen zusammenzuarbeiten“, sagt der 25-Jährige. Das bringt der Job mit sich.

Das viele Unterwegssein „ist Segen und Fluch zugleich. Für mich aber eher ein Segen.“ Seine Jobs haben ihn schon durch ganz Deutschland und Europa geführt. Obwohl er auch Modenschauen läuft, wie es in der Branche heißt, wird Nikolai Haag eher für Fotoshootings oder Werbung gebucht. „In der Branche bin ich mit meinem Bart der kommerzielle Typ“, sagt er. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Modeln so weit komme. Aber es war natürlich schon mein Traum. Ich wollte sehen, wie weit ich gehen kann.“

Das Lehramtsstudium in Kassel brach er ab und modelte etwa drei Jahre hauptberuflich, unter anderem für namhafte Marken wie Adidas, Burger King oder Esprit. Wichtig beim Modeln sei es, man selbst zu bleiben. „Nur dann wirkt man vor der Kamera authentisch.“ Die Model-Branche beschreibt er als „eiskalt und knallhart“. Als Model müsse man lernen mit Kritik umzugehen, denn die Kunden beurteilten nur das äußere Erscheinungsbild.

Damit das stimmt, geht Nikolai Haag rund fünfmal die Woche zum Sport. Ab und zu darf es aber auch mal ein Burger sein, verrät der 25-Jährige. „Sport ist meine Leidenschaft. Ich war früher übergewichtig und habe durch den Sport rund 40 Kilogramm abgenommen.“

Vor einem Jahr ist der junge Mann nach Köln gezogen, um an der Sporthochschule Sportmanagement zu studieren. „Ich wollte den Fokus nicht mehr nur aufs Modeln legen“, sagt Haag über diese Entscheidung. Ob er von dem ganz großen Sprung in die Modelbranche träumt? „Der Traum existiert natürlich. Für viele Jobs bin ich sogar noch zu jung“, sagt er.

Für ihn ist das Modeln ein ganz normaler Job. „Ich stehe morgens auf und gehe an die Arbeit wie jeder andere auch.“

Gelegentlich schaut Nikolai Haag auch noch in seiner Heimat Obersuhl vorbei. Was er daran schätzt? „Es ist hier nachts dunkler als in Köln“, sagt er und lacht. Und natürlich seine Familie, die ihn auf seinem Weg immer unterstützt hat. „Ende November war ich mit meiner Familie unterwegs und wir haben mich auf einem Werbeplakat in einem Schaufenster gesehen. Das war ein verrücktes Gefühl“, sagt der Obersuhler.

Das war im Übrigen dasselbe Werbeplakat, mit dem auch unsere Zeitung auf Nikolai Haag aufmerksam geworden ist. Es hängt nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Estland und Georgien.

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