Im Haus des Lindenlädchens 

Neues Klimacafé in Licherode: Treffpunkt für Dorfbewohner und Gäste 

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Modernes Café im historischen Fachwerkhaus: Darüber freuen sich auch Georg Lüdtke, Ellen Ehring, Stefan Ross, Heinz Schlegel, Hannah Kerst und Ahmed Al Samarraie (von links).   

Licherode. In Licherode hat die Dorfbevölkerung jetzt die Eröffnung eines Klimacafés gefeiert. Ziel ist es, dort Jung und Alt zusammenzubringen. 

Es ist, als hätten sich ein uriger Dorftreffpunkt und ein fortschrittliches Bio-Lädchen vereint zu einem modernen Café, das alle Dorfbewohner zusammenzuführen vermag: die jungen und die alten. Gemeinsam hat die Dorfbevölkerung jetzt die Eröffnung eines sogenannten Klimacafés im Haus des Lindenlädchens in der Dorfmitte Licherodes gefeiert.

Das hübsche Fachwerkhaus wurde 1905 als Armenhaus für in Not geratene Licheröder Bürger gebaut. Später nutzte die Feuerwehr das Gebäude, bevor nach dem Krieg Flüchtlinge Unterschlupf darin fanden. Heute ist es im Besitz der Gemeinde und wird seit einiger Zeit vom Umweltbildungszentrum Licherode genutzt: Neben Wohnungen beherbergt es bereits seit Längerem ein Lädchen, in dem die Kinder aus dem ökologischen Schullandheim Säfte und Süßigkeiten kaufen können – in Bio-Qualität, versteht sich.

Stefan Ross, Umweltpädagoge am Umweltbildungszentrum und aktuell Bewohner des Hauses, hatte die Idee, das Lädchen um ein Café zu erweitern. So soll nicht nur ein Treffpunkt für die Dorfbewohner entstehen. Das Café soll auch eine Art Schnittstelle zwischen Umweltbildungszentrum und Dorfbevölkerung sein.

Das Schullandheim verändere und beeinflusse das Dorf durch die vielen Gäste, die es in den kleinen Ort lockt, erklärte Ahmed Al Samarraie, Leiter des Umweltbildungszentrums. Ihm ist wichtig, dass die Bevölkerung darüber informiert wird, was in der Einrichtung vor sich geht. „Hier darf getratscht und geschnuddelt werden“, sagte er.

Stefan Ross und Hannah Kerst aus Licherode gewannen Licheröder dazu, Möbelstücke zu spendieren. Die Gemeinde spendete einen Kaffeeautomaten, einen weiteren spendete Al Samarraie. Entstanden ist ein hübsches Café, das durch die hölzerne Empore mit Sitzplätzen, durch ein Bücherregal und viele Pflanzen den behaglichen Charme eines großstädtischen Bio-Cafés hat.

Immer donnerstags von 15 bis 19 Uhr soll es geöffnet sein. Mitarbeiter des Umweltbildungszentrums werden nach dem Rechten sehen. Die Landfrauen beteiligen sich mit selbst gebackenem Kuchen. Daneben soll es Brot und Wurst aus der Region geben. „Klimacafé“ heißt die Einrichtung deshalb, weil das Umweltbildungszentrum zur hessischen Vorzeigeeinrichtung eines bundesweiten Klimaprojekts gekürt wurde – wir berichteten. Im Café sollen auch Vorträge und Diskussionsrunden zu dem Thema stattfinden.

Bürgermeister Georg Lüdtke lobte die Einrichtung bei der Eröffnung: „Das trägt dazu bei, dass der ländliche Raum gestärkt wird.“ Die Idee knüpfe an die Zeit der 1960er Jahre an, als es in allen Dörfern solche Treffpunkte gab, sagte Heinz Schlegel in Vertretung des Landrats.

Quelle: HNA

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